Bewohner zurück ins verstrahlte Fukushima

Foto: Masaya Noda/Greenpeace

Fukushima: Alles wieder paletti nach dem Supergau! Das wenigstens behaupten die japanischen Behörden. „Pünktlich zum sechsten Jahrestag der Reaktorkatastrophe (...) will die japanische Regierung einen Teil der Evakuierungszone um den Unglücksort aufheben“, berichtet jetzt jedenfalls die taz. Umweltschützer protestieren.

Im April schon sollen die Rückkehrer in die 2011 evakuierten Regionen rund um den geborstenen Reaktorblock ves AKW Daiichi nahe der japanichen Stadt Fukushima in ihre verlassenen Häuser und Wohnungen zurückkehren. Das schreibt die Zeitung.

 

Trotz noch hoher Strahlenwerte soll Sperrzone wieder „sicher“ sein

 

Im März 2011 vertrieb radioaktive Strahlung etwa 24.000 Bewohner aus der 20-Kilometer-Sperrzone. „Obwohl nach Medienberichten nur etwa 20 Prozent von ihnen zur Rückkehr bereit sind, sollen die Häuser ab April gesäubert und nach und nach freigegeben werden“, schreibt die taz jetzt über das Ansinnen der japanischen Behörden. Arbeitskolonnen räumten seither nämlich nicht nur die Trümmer auf dem Kraftwerksgelände auf. Sie schaufelten auch verseuchte Bäden beiseite oder wuschen Obstbäume ab.

„Stark verseuchte Städte sollen allerdings noch bis 2021 gesperrt bleiben, schreibt die Zeitung weiter: „Die Dekontaminierung der Zone soll etwa 10 Milliarden Euro kosten.“

Die Rückkehr der Bewohner in die Sperrzone halten die Verantwortlichen für möglich, da die Strahlung zurückgegangen sei. Sie halte den Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr inzwischen ein.

Messungen auf dem AKW-Areal von Fukushima hatten vor wenigen Wochen andere Signale ausgesandt.

 

Einwohner mit finanziellem Druck zur Rückkehr gezwungen

 

Zur Einordnung der aktuell gemessenen Strahlenbelastung schreibt die taz: „So viel dürfen in Deutschland nur AKW-Beschäftigte abbekommen. Der Wert für die Belastung der „Normalbevölkerung“ aus Atomanlagen liegt bei 1 Millisievert.“

Für die Umweltschützer von Greenpeace ist dieser Plan „totaler Wahnsinn“. Sie nämlich berichten von der „grausamen Wahl“, vor der etwa die 6.000 Bewohner des Dorfes Iitate stehen. Wenn sie nicht zurück kehen, riskieren sie die Streichung ihrer staatlichen Unterstützung, die sie seit der Katastrophe als Zwangsumgesiedelte erhalten.


pit

 

 

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