CCS verschlingt Billionen in den nächsten Jahren

Foto: ap/Sven schneider

Stillstand am Markt der CO2-Abscheider:Die Investitionen in die Erforschung und in Anlagen zur Trennung und Lagerung des Klima-Killergases Kohlendioxid in unterirdischen Kavernen stagnierte 2011. Nach Angaben des Washingtoner Worldwatch Institute (WWI) erproben Techniker und Wissenschaftler die Technologie derzeit in 75 Großanlagen in 17 Ländern der Erde. Nur acht Anlagen sind bereits arbeitsfähig – auch diese Zahl hat sich seit 2009 nicht geändert.

Die Zahlen veröffentlicht das WWI in seinem aktuellen Vital Signs-Report. Carbon Capture and Storage – kurz CCS – gilt als mögliche Technologie, bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe anfallendes CO2 aufzufangen und zu lagern. Matthew Lucky, Nachhaltigkeitsexperte des WWI betont jedoch die unabschätzbaren Kosten für die Entwicklung und Umsetzung der Technologie – zumindest im großen Stile. „Damit CCS wirklich einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten kann, vergeht noch viel Zeit und fließt wohl auch noch Forscherschweiß.“ Bislang, so errechnete Lucky, erreiche die gesamte auf der Erde installierte Speicherkapazität „gerade einmal 0,5 Prozent aller Emissionen“.

Im Vital Signs-Report beschreiben Lucky und seine Kollegen die Aussichten und Hemmnisse für CCS. Sie zitieren Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA, wonach die Technologie bis 2050 gut drei Billionen US-Dollar Investitionen verschlinge, um die Anlagen in Betrieb zu nehmen. 6 bis 6,5 Milliarden Dollar jährlich kostet CCS demnach allein bis zum Jahr 2020.

 

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