25.03.2019

Chinesen wollen Solarstrom im Weltall produzieren

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Solarstrom aus dem Orbit: China will - als erstes Land auf der Erde - den Weltraum zur Energiegewinnung nutzen. 36.000 Kilometer über dem Boden plant das Land laut einem Bericht von clean energy-project eine riesige Solaranlage, die ihren Sonnenstrom als Mikrowellen auf die Erde schickt. 2040 soll die Anlage den ersten Strom liefern.

Das Projekt klingt gigantisch. Der Vorteil eines Stromwerks im All: Dort könnten die Sonnenstrahlen 24 Stunden lang und ohne die störende Atmosphäre in Energie umgewandelt werden.

 

An der Stromübertragung zur Erde wird noch geforscht

 

Clean-Energy-Project berichtet, dass die Chinesen bereits erste Tests unternehmen, nachdem 2015 schon japanische Forscher die Übertragung mit Mikrowellen grundsätzlich geglückt war und damit das Transportproblem belegt ist.

Die Plattform zitiert Xie Gengxin Chongqing. Er ist der stellvertretende Leiter des Forschungsinstituts für zivil-militärische Integration in China, der einer Zeitung gesagt hatte, es werde bereits ein Testgelände gebaut: „Dort soll zunächst ermittelt werden, ob das Projekt grundsätzlich realisierbar ist. Das derzeit größte Problem sei, die im All erzeugte Energie wieder zurück zur Erde zu schicken. Dazu müsste die Energie in Mikrowellen umgewandelt und dann gebündelt an eine Relaisstation auf der Erde „gebeamt“ werden.“

 

 

Fliegende Blumen: Kunstaktion im Weltraum

Völlig losgelöst: Der japanische Künstler Azuma Makoto schickte ein kleines Bäumchen ins Weltall. Bei seiner Aktion „Exobiotanica“ schwebte ein Bonsai-Baum bis in knapp 30 Kilometer Höhe in den Orbit.

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Denn die Mikrowellen streuen ihre Energie. Auf einem 13 Hektar großen Testgelände im Südwesten Chinas, schreibt die Plattform, „sollen die Effekte von zur Erde geschickten Mikrowellen daher erforscht werden“.

„Wir planen, vier bis sechs miteinander verbundene Fesselballons etwa 1.000 Meter hoch in die Luft zu schicken“, zitiert Clean-Energy-Project jetzt Xie Gengxin. „Dieser Verbund aus Ballons wird Sonnenlicht aufnehmen und Solarenergie in Mikrowellen umwandeln, die dann zurück zur Erde geschickt werden. Empfangsstationen auf dem Boden werden diese Mikrowellen in Elektrizität umwandeln, die dann an ein Stromnetz weitergeleitet wird“.

Als nächstes sollen Ballons in der Stratosphäre – zwischen 15 und 50 Kilometer über dem Erdboden - die Mikrowellen-Übertragung zurück zur Erde erforschen.

Bisher konnten ihre Wissenschaftler solche Mikrowellen allerdings lediglich über eine Entfernung von rund 100 Metern übertragen, räumt Xie gegenüber Clean-Energy-Project ein. „Unsere Ingenieure werden zwei große technische Schwierigkeiten bewältigen müssen: Genaue, direkte Übertragung von hochenergetischen Mikrowellen und die Konstruktion eines großen Kraftwerks im Weltall“.


jsu

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