07.12.2018

COP24: Deutschland bekommt Negativpreis „Fossil des Tages“

Foto: Twitter

Auf der Klimakonferenz in Kattowitz hat Deutschland am Freitag den Negativpreis „Fossil des Tages“ für seine ungenügende Klimapolitik bekommen. Die internationale Zivilgesellschaft hat damit die Bundesregierung für das Verfehlen der 2020-Klimaziele abgestraft.

 

Dazu erklärt Ann-Kathrin Schneider, BUND-Expertin für internationale Klimapolitik:

 

„Die Bundesregierung hat die Hausaufgaben nicht gemacht und dafür nun die denkbar schlechteste Note bekommen. Die internationale Zivilgesellschaft hat Deutschland heute eine Sechs für nicht geleisteten Klimaschutz gegeben. Auf die Versuche der Bundesregierung, die notwendige Abschaltung von Kohlekraftwerken hinauszuzögern, reagieren wir hier immer ärgerlicher. Deutschland steht in der Schmuddelecke. Um die Klimakrise zu bewältigen, muss Deutschland schnell die dreckigsten und ältesten Kohlekraftwerke abschalten und bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen.“

 

Marie-Luisa Wahn aus dem Bundesvorstand der BUNDJugend kommentiert:

 

„Deutschland hat seine Vorreiterrolle im Klimaschutz schon längst verloren. Nur wenn Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel auf nationaler Ebene ambitioniert angegangen werden, können die richtigen Signale an die internationale Staatengemeinschaft gesendet werden. Der Schutz unseres Planeten sichert die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen und muss endlich politische Priorität werden.”

Das „Fossil des Tages“ ist ein Negativpreis der internationalen Klimabewegung Climate Action Network und wird während der Klimakonferenz täglich an ein Land vergeben, das einen besonders schlechten Klimaschutz oder ein besonders destruktives Verhalten aufweist.

Die Begründung in puncto Deutschland: Die Bundesrepublik habe ihr selbstgestecktes Klimaziel für 2020 aufgegeben und es nicht geschafft, aus der Kohle auszusteigen. Sie sei beim Klimaschutz zwischenzeitlich zum Nachzügler avenciert und bremse die EU in Sachen Klimaschutz aus.


red

 

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