Deshalb wächst das Interesse an Online Casinos

Spielbank in Bad Ems Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Katja S. Verhoeven

Die Beliebtheit von Online Casinos ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Zocken am Heimcomputer hat Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitsbilanz des Glückspiels insgesamt.

In den Anfangszeiten des Internets fand Glücksspiel vor allem in virtuellen Pokerräumen und bei Wettanbietern statt. Mit der Zeit stieg allerdings die Nachfrage nach Online Casinos. Das führt zugleich zum Niedergang der altbekannten Spielbanken an vielen Orten im Land. Sie geraten in finanzielle Engpässe und die Nachfrage nach Online Casinos steigt unaufhaltsam.

 

Der Niedergang der Spielbanken

 

Lange Jahre waren die Spielbanken in Deutschland eine Begegnungsstätte für die Reichen und Schönen des Landes. Ihr Stellenwert war vergleichbar mit dem eines Theaters oder einer Oper. Der Besuch galt vielen als exklusives gesellschaftliches Event.

Viele Spielbanken haben eine sehr lange Tradition. So reicht beispielsweise die Geschichte des Casino Baden-Baden im Kurhaus der Stadt zwischen Schwarzwald und Rheintal bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die Architektur ist beeindruckend und schon beim Betreten spürt der Gast die einzigartige Atmosphäre des traditionsreichen Hauses.

Leider ist das Casino Baden-Baden damit in der Landschaft der deutschen Spielbanken die absolute Ausnahme. Nur wenige Spielbanken vermitteln eine besondere Atmosphäre und schaffen damit das besondere Spielerlebnis, das viele Gäste – auch Nicht-Spieler – anlockt.

Bei den klassischen Tischspielen wie Poker, Blackjack und Roulette wird immer weiter gespart. Dafür werden die Automatenbereiche konstant ausgebaut, da diese bei weniger Personalkosten und Platzverbrauch mehr Geld einspielen können. Aus wirtschaftlichen Gründen mag dies zumindest kurzfristig sinnvoll sein. Leider verabschieden sich die Spielbanken damit von ihrem angestammten Klientel und ihrem guten Ruf.

Nicht nur das: Der Energiehunger moderner Spielkasinos ist immens. Las Vegas, das wohl bekannteste Spieler-Mekka der Erde, brilliert nicht nur mit seinem Image als „Stadt, in der das Licht nie verlischt“ - was im Umkehrschluss jedoch heißt, dass die Zockermetropole mit 20 Millionen Megawattstunden mehr Strom verbraucht wie mancher mittelamerikanische Staat. Die Lokale, der Glamour und die Rundumverfügbarkeit dieser schönen Scheinwelt haben ihren (hohen) Preis - auch für die Umwelt: So gräbt Las Vegas seiner Umgebung buchstäblich das Wasser ab. In den Sommermonaten müssen die einwohner bereits seit Jahren mit Rationierungen beim Wasser leben.

 

Zwielichtige Spielhallen in deutschen Städten

 

Foto: Michal Parzuchowski/unsplash

In vielen deutschen Städten wird das Straßenbild von Spielhallen geprägt. Dort befinden sich ausschließlich Automaten von privaten Betreibern. Die Auszahlungsquote dieser Geräte beträgt selten mehr als 60 Prozent und große Gewinne gibt es nur sehr selten. Die Atmosphäre ist oft dunkel und bedrückend, wodurch gute Stimmung – wie sie in den mondänen Spielbanken à la Baden-Baden herrscht - nur selten aufkommt.

Zwar sind diese Hallen in vielen Städten gut besucht. Die Spieler aber setzen dennoch lieber auf die Attraktivität von Online Casinos. Darüber hinaus ist die Entwicklung der Gesetze für Spielhallen unklar. Sie könnten möglicherweise durch Änderungen in den kommenden Jahren noch unattraktiver werden. Mancherorts bemühen sich zudem schon Kommunalverwaltungen, die vielen Spelunken wieder aus dem Stadtbild zu verdrängen.

Bereits die seit dem 11.November.2018 geltende technische Richtlinie 5.0 hat dazu geführt, dass an den Spielautomaten nun noch eine separate Einsatztaste vorhanden ist. Außerdem wurde der maximale stündliche Gewinn von 500 Euro auf 400 Euro pro Stunde reduziert. Auf regelmäßig lukrative Gewinne hoffen die Zocker in diesen Etablissements also eher vergeblich.

 

Online Casinos werden immer attraktiver

 

Online Casinos unternehmen viel, um attraktiv für Spieler zu werden. Nicht wenige etwa werben für sich sogar mit Argumentern des Umweltschutzes. Mit Hightech und moderner Software haben etwa Casinos in Kalifornien oder im US-Spielerparadies New Mexiko ihren Energiehunger stark gedrosselt.

Online Casino-Betreiber betonen dagegen, dass ein Heimcomputer ohnehin nur dann Strom fresse, wenn ein Spieler damit wirklich aktiv zu gewinnen versucht. Online Casinos nutzen keinen Strom für die Bereithaltung oder Beleuchtung der Räume und Geräte, vergeuden kein Licht in Zeiten, wenn keine Spieler aktiv sind. Zudem spielen Online-Spieler inzwischen oft am Smartphone. Die Hardware ist so gebaut, dass sie möglichst wenig Energie verbraucht – schon wegen der möglichst langen Haltbarkeit ihrer Akkus.

Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Spieler nicht erst an einen bestimmten Ort fahren oder auf Öffnungszeiten Rücksicht nehmen müssen. Sie können überall spielen, wo sie mit ihrem Computer oder ihrem Smartphone eine Internetverbindung haben. Das spart Transportwege, damit Sprit und verursacht zudem weniger CO2-Ausstoß, schont also das Klima.

Zusätzlich können die Spieler in Online Casinos mit sehr geringen Einsätzen spielen. Das für einen Abend notwendige Budget fällt also erheblich kleiner aus.

Die Kostenvorteile können sie Betreiber der Online Casinos sogar an ihre Kunden weiter geben. Regelmäßig starten sie spannende Promotions und bieten neuen Kunden attraktive Bonusangebote an. Auf Seiten wie diesen finden Interessierte eine Übersicht über aktuelle Boni und neue Online Casinos. So können Spieler deutlich mehr aus ihrem eingezahlten Geld machen und deutlich mehr Spielspaß erhalten, als in einer Spielhalle oder einer Spielbank. Auch die Auszahlungsquote in Online Casinos ist deutlich höher. Bei den meisten Anbietern liegt sie über 95 Prozent, was die Betreiber sich durch die gesparten Kosten erlauben können. Die Gewinnchancen sind dadurch viel höher, als bei einem normalen Spielautomaten.

Alllerdings gibt es auch eine Kehrseite des Vergnügens. Verbraucherschützer warnen etwa vor „schwarzen Schafen“ unter den Casino-Betreibern. Nicht wenige illegale Spieleangebote seien auf dem Markt. Die jedoch ziehen Millionen Euro – oft ins Ausland – ab. Das wiederum merken inzwischen in Deutschland offiziell zugelassene Lotterien wie etwa die Fernsehlotterien. Ihnen entgehen durch die Einnahmenverluste die Möglichkeiten, mit Ausschüttungen an soziale, karitative oder umweltschützerische Organisationen deren gemeinnützigge Arbeit zu unterstützen. Immerhin bekamen die von den TV-Lotterien über eine Milliarde Euro pro Jahr. Auch der staatliche Lotto-Totto-Block überwies bislang regelmäßg etwa 2,8 Milliarden Euro für diese Arbeit.

 

Steffi Schmidt

Most Wanted

Screenshot: bbc.com

Hirsch stirbt mit 7 Kilo Müll im Magen

In einem Nationalpark in Nordthailand hat ein Mitarbeiter auf einer seiner Patrouille das 10 Jahre...


Foto: Pixabay CC0

Europäische Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten!"

Ab sofort sammelt die Europäische Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten!" Unterschriften....


Foto: Pixabay CC0

Bakterien gegen Minen

Landminien, im Boden versteckt, sind oft ein lebensgefährliches Überbleibsel vergangener Kriege....


Neu im global° blog

Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Folgen Sie uns: