Die kulturellen Unterschiede beim Glücksspiel

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Die meisten Menschen haben einen ausgeprägten Spieltrieb. Schon in der Kindheit wird gerne alleine oder mit Freunden gespielt. Im Jugendalter verlagert sich dieser auf Computerspiele und Spielekonsolen und im Erwachsenenalter wird er häufig unterdrückt.

Trotzdem lassen viele Menschen ihrem Spieltrieb zumindest gelegentlich freien Lauf. Bei Erwachsenen sind Glücksspiele dafür sehr beliebt. Die kulturellen Unterschiede sind hierbei allerdings enorm. Je nach Land oder Kulturkreis unterscheiden sich das Glücksspielangebot und der gesellschaftliche Umgang damit erheblich. Auch regionalen Unterschiede beim Glücksspiel sind interessant - gerade für Urlauber.

 

Glücksspiel in Deutschland

 

In Deutschland ist das Ansehen von Glücksspiel sehr gemischt. Es ist gesellschaftlich akzeptiert, am Wochenende zum Pferderennen zu gehen oder einen gelungenen Abend in einer Spielbank zu verbringen. Auch das regelmäßige Lotto-Spielen am Wochenende oder die Fußballwette im Toto gehören in vielen Familien zum Ritual, bei dem viele insgeheim auf ihr großes Glück mit dem richtigen Tipp auf die perfekten Zahlen hoffen.

Alle wissen, dass am Ende jedoch stets die (Spiel-)Bank gewinnt. Trostpflanster ist für viele dieser Spieler und Spielerinnen, dass sie mit ihrem Einsatz auch Positives bewirken, wenn jährlich aus den Einsätzen bei staatlichen Lotterien viele Milliarden Euro etwa an wohltätige und gemeinnützige Zwecke fließen und damit die Arbeit auch im Umwelt- oder Klimaschutz fördern.

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Doch der Gang in Spielotheken gilt in vielen Kreisen eher als verpönt. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Spieler in Deutschland für Online Casinos, um ein wenig zu spielen. Auf dieser Seite gibt es eine Übersicht über die aktuell in Deutschland verfügbaren Online Casinos. Sie haben ihren Sitz im europäischen Ausland und betreiben ihre Angebote von Malta aus. Dort bekamen sie eine Lizenz und haben deshalb die Möglichkeit, in der ganzen Europäischen Union legal zu arbeiten.

In Deutschland warnen Verbraucherschützer vor allem vor so genannten „schwarzen Lotterien“. Das sind illegal betriebene Wett- oder Spielbetriebe, bei denen Kunden nie genau erkennen, wer dahinter steckt und wohin die Einnahmen aus dem Spielebetrieb fließen.

Die Einnahmen der Casinos auf der oben verlinkten Seite werden aktuell auf Malta versteuert. Allerdings: Der deutsche Staat bekommt davon im Moment also nichts ab. Voraussichtlich wird das in naher Zukunft dazu führen, dass auch in Deutschland einige Lizenzen vergeben werden, damit die Steuern in der Bundesrepublik bleiben.

Denn auch in Deutschland boomt derzeit der illegale Spielemarkt. Anbieter nutzen Lücken im Gesetz. Vor über das Internet. Deshalb halten Experten eine Liberalisierung des Marktes – so widersinnig sich das für manchen zunächst anhören mag – keinesfalls für falsch. So könnten, sagen die FAchleute, der Grau- und Schwarzmarkt eher ausgetrocknet werden als durch Prohibition. Spieler würden nicht mehr ins Illegale gedrückt, was auch – und vor allerm – zu ihrem Schutz geschehe: Es ermögliche eine bessere Prävention gegen Spielsucht und würde verhindern, dass ihr noch mehr Menschen verfallen.

Hessen will daher sogar aus der gemeinsamen Linie der Bundesländer ausbrechen und ein eigenes Gesetz verankern. Selbst die Branche der Spielebetreiber dringt laut Süddeutsche Zeitung inzwischen auf eine neue, einheitliche Gesetzeslage, die vor allem auch den Onlinebetrieb der Casinos regelt. Das müsse auch die durch das Internet veränderten Tatsachen im Auge behalten. Die Branche will so illegales Spielen eindämmen. Regeln seien dringend nötig, sind sich Spieleexperten einig: Sonst brächen auch sichere Ausschüttungen für Sport, Kultur und Kommunen weg – ein Verlust für deren nachhaltige Arbeit.

 

Glücksspiel in religiös geprägten Ländern

 

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Viele Religionen sehen Glückspiel als eine Sünde an. Da ist es nicht überraschend, dass stark religiös geprägte Länder strenge Gesetze gegen Glücksspiele erlassen haben.

Ein hervorragendes Beispiel dafür ist Indonesien. Hier sind rund 90 Prozent der Einwohner Muslime und Glücksspiel ist per Gesetz verboten. Es gibt zwar eine staatliche Lotterie, doch diese deckt nicht ansatzweise die Nachfrage nach Glücksspielen. Deshalb gibt es viele illegale Glücksspielangebote in Indonesien. Diese existieren in Form von privaten Spielrunden und halböffentlichen Casinos. Oft kontrolliert die Polizei nicht – oder sie schaut einfach weg.

Touristen sollten daher trotzdem nicht riskieren, sich an solch einer Veranstaltung zu beteiligen.

Auch andere muslimische Länder nehmen es nicht ganz genau mit dem Glückspielverbot: In Saudi-Arabein können Spieler auf Kamelrennen wetten. In der Türkei gibt es sogar eine vom Staat lizensierte Lottereie.

 

 

Glücksspiele in Japan

 

Lange Zeit war Glücksspiel in Japan nahezu komplett verboten. Allerdings gibt es einige Schlupflöcher, die insbesondere von den sogenannten Pachinko-Hallen genutzt werden. Pachinko ist ein in Japan sehr beliebtes Spiel, bei dem die Spieler kleine Metallkugeln in einen Spielautomaten werfen. Mit Glück lösen diese Metallkugeln ein Feature aus oder sorgen dafür, dass weitere Kugeln runterfallen. Die Kugeln können die Spieler im Anschluss gegen Preise eintauschen.

Der maximale Wert eines solchen Preises ist gesetzlich beschränkt. Deshalb werden in der Regel sehr kleine Goldbarren gewählt. Die Menge der Preise ist nämlich nicht beschränkt, sodass große Gewinne einfach durch viele geringwertige Goldbarren ausgezahlt werden, die sich jeweils unterhalb der Grenze befinden.

In den nächsten Jahren werden in Japan voraussichtlich die ersten Casinos eröffnen. Derzeit läuft eine Ausschreibung für insgesamt drei Lizenzen. Dabei geht es nicht nur um den Bau von Casinos, sondern um die Schaffung gigantischer Freizeit-Resorts. Diese sollen jeweils Platz für mehrere tausend Gäste haben und neben dem Glücksspiel auch noch über viele weitere Freizeitangebote verfügen.

Damit könnte Japan zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die chinesische Sonderverwaltungszone Macau werden. Denn bisher war diese das Glücksspielmekka in Asien.

 

Steffi Schmidt

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