DUH misst Luft-Schadstoffe nach

Screenshot: Maximilian Urschl/DUH

Die Luft in Deutschland wird besser - aber sie ist noch immer oft ungesund: Deshalb startet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit insgesamt 580 Messstationen die bundesweit größte Messaktion für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2).

Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation möchte mit der Messaktion, zu der sie über 1.700 Vorschläge für bisher nicht beachtete Hot Spots der Luftverschmutzung erhalten hat, darauf aufmerksam machen, dass die für die Luftreinhaltung zuständigen Behörden in 99 Prozent der bundesdeutschen 11.092 Städte und Gemeinden schlichtweg nicht messen. Das schreibt die DUH in einer Pressemeldung zur Messaktion.

 

DUH: Messungen des Bundes zu ungenau

 

Hintergrund der Aktion der Umweltschützer: In nur 146 von 11.092 Städten und Gemeinden unterhalten die Behörden offizielle Messstationen für Stickstoffdioxid. Das sei viel zu wenig, urteilt die DUH. Der Verband widerspricht auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die tags zuvor auf neueste Zahlen des Umweltbundesamts gestützt, von einer leichten Verbesserung der Luftqualität in deutchen Städten berichtet hat.

Die DUH zweifelt diese Ergebnisse an. Ihr Argument: Von den 535 offiziellen Messstellen des Umweltbundesamtes seien nur 247 verkehrsnah – und diese verteilten sich auf lediglich 146 Städte. In nur etwas mehr als einem Prozent der 11.092 Städte und Gemeinden gäbe es somit verkehrsnahe Messstationen zur korrekten Ermittlung der NO2-Belastung, betont der Verband. DUH-Chef Jürgen Resch wird deutlich: „Bundesumweltministerin Hendricks liegt falsch, wenn sie davon spricht, dass nur 70 Städte in Deutschland ein Problem mit dem Dieselabgasgift NO2 haben. Wir gehen davon aus, dass mehr als 300 Städte und Gemeinden eine zu hohe Belastung mit NO2 aufweisen."

Motiviert werden die Umweltschützer in ihrem Handeln durch erschreckende Zahlen. Jedes Jahr seien, so zitiert der Verband, alleine in Deutschland über 12.860 vorzeitige Todesfälle auf die Belastung der Luft mit dem Dieselabgasgift NO2 zurückzuführen. "Das sind viermal mehr, als durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen."


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Deutsche Luft verbesserungswürdig

Gift-Nachweis in Atemluft

Frischluft im Baby-Käfig

Most Wanted

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Fünf-Punkte Plan für die Mobilitätswende

UnternehmensGrün stellt auf seiner Jahrestagung und im Vorfeld der Verkehrsministerkonferenz einen...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain

UBA macht sich für Fußgänger stark

Emissionsfrei, leise und platzsparend - das Umweltbundesamt (UBA) will den Fußverkehr stärken und...


Foto: Pixabay CC0

Tsunami der Empörung

Jetzt also auch in der Hauptstadt: Dieselautos müssen draußen bleiben. Richtig so: Schließlich...


Neu im global° blog

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Fünf-Punkte Plan für die Mobilitätswende

UnternehmensGrün stellt auf seiner Jahrestagung und im Vorfeld der Verkehrsministerkonferenz einen...


Screenshot: Video

Ein Bildungssystem für eine humanere Zukunft

Prof. Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher, Neurobiologe und Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher...


Screenshot: Video Paul Barton

Klassik beruhigt blinde Elefanten

Der in Großbritannien geborene Pianist Paul Barton spielt Klavier für blinde und verletzte...


Folgen Sie uns: