E-Mobility: Secondlife-Akkus für die Energiewende

Foto: pixabay CC/PublicDomain

Alte Akkus sind noch lange nicht nutzlos: Laut Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) können ausrangierte Stromspeicher etwa aus Elektroautos als virtuelles Kraftwerk Deutschland mit so viel Energie versorgen, „wie die Hälfte aller deutschen Pumpspeicher-Kraftwerke“. Einzige Voraussetzung: Die Deutschen müssen endlich auf E-Mobility abfahren.

BEE-Chef Hermann Falk sieht in der Automobilbranche schon den „ Schlüsselfaktor der Energiewende“. An die Adresse der Politiker richtet er daher den Appell: „Die Bundesregierung sollte daher ihre Bemühungen intensivieren, um bis 2020 die anvisierten eine Million Elektro-Autos auf die Straße zu bringen. Dem gegenüber würden mittelfristig finanzielle Entlastungen bei Reservekraftwerken und beim Netzausbau stehen.“

 

Secondlife-Akkus stützen als virtuelles Kraftwerk die Energiewende

 

Der BEE und die Deutsche Messe AG (Hannover) untermauern ihre Idee mit einer aktuellen Studie: Sie belegt, dass nach fünf bis sieben Jahren zwar ein Akku im Elektroauto zu schwach ist, um das Mobil flott weiter zu betreiben - die alte Batterie aber besitze dann noch immer „gut 70-80 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung“. Daher eigne sie sich hervorragend als Stromspeicher. Gibt es davon genug am Markt, könnten diese Alt-Akkus zum virtuellen Kraftwerk vernetzt werden, hofft der Verband. Dann könnten diese alten Lithium-Ionen-Akkus im Jahr 2025 mit 25 Gigawattstunden (GWh) das deutsche Leitungsnetz stützen.

 

E-Mobility: Strom-Puffer aus alten Autobatterien für das Netz

 

Der Preisverfall macht's möglich: Maßgeblich für das enorme Potenzial der Elektromobilität seien, so der BEE die „rapide sinkenden Preise bei der Akku-Produktion“: Die Kilowattstunde (kWh) eines Lithium-Ionen-Pakets gab es noch einem Jahr für 500 Euro. 2016 sanken die Kosten schon auf nur noch 300 Euro „und laut Studie werden es 2020 nur noch 150 Euro sein“, blicken die Lobbyisten der Erneuerbaren in die Zukunft: „Ein ausrangierter Akku liefert jedoch schon heute Strom für 150 Euro pro kWh. Damit werden SecondLife-Batterien schon in den nächsten Jahren einen zusätzlichen Schub bei der Kostensenkung von Batterien leisten können.“ Laut Studie liegt die Kostenreduktion pro Jahr künftig bei 15 Prozent.


pit

 

 

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