12.01.2020

Ecosia, Gexsi & Co: Grüne Suchmaschinen für guten Zweck

Foto: Unsplash/Agnieszka Boeske

Als Suchmaschine ist Google so beliebt wie keine andere und „googeln“ hat sich sogar als transitives Verb in unseren Wortschatz eingebrannt.

Obwohl das US-amerikanische Technologieunternehmen zwar auch vorhat, in Zukunft 100 Prozent seines Stroms aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen, gibt es alternative Web-Browser die noch nachhaltiger sind. Wir stellen einige der grünsten Suchmaschinen vor.

 

Ecosia: Mit jeder Suchanfrage Bäume pflanzen

 

Ecosia, der ökologische Web-Browser mit Sitz in Berlin, wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Das Besondere an ihm ist, dass Nutzer während des Suchens gleichzeitig Bäume pflanzen – zumindest theoretisch.

Und so funktioniert es in der Praxis: Mit jeder Suchanfrage über Ecosia generiert das Unternehmen Einkommen. Umso mehr Menschen über Ecosia suchen, desto mehr Geld wird akkumuliert. Diesen Profit nimmt Ecosia wiederum, um Bäume dort zu pflanzen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Stolze 80 Prozent des Einnahmeüberschusses fließen in Projekte zur Wiederaufforstung, um kranke oder vom Aussterben bedrohte Wälder zu retten und zu schützen. Mit einem Blick auf die Webseite erfährt man, wie viele Bäume bereits gepflanzt wurden.

Die 74-Millionen-Marke hat Ecosia geknackt. Anders als Google hat die grüne Suchmaschine ihr Vorhaben längst in die Tat umgesetzt und bezieht ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien. Zudem verspricht Ecosia, mit jeder Suchanfrage ein Kilogramm Kohlenstoffdioxid von der Erdatmosphäre zu entfernen. Hinzu kommt, dass Datensicherheit und Privatsphäre des Nutzers hier großgeschrieben werden. Nach einer Woche „anonymisiert“ Ecosia alle Suchanfragen.

Dank monatlich veröffentlichter Finanzreports kann man genau nachverfolgen, wozu das Einkommen der Suchen verwendet wird. Selbst bei Stiftung Warentest landete Ecosia im März dieses Jahres auf den dritten Platz. Und dabei wurden nachhaltige Kriterien nicht in die Bewertung miteinbezogen. Wie man seinen Browser einfach auf Ecosia umstellt, wird auf der Homepage schrittweise erläutert.

 

Gexsi: Alle zwei Wochen ein neues Projekt

SVCreenshot: Instgramm

 

 

Mit einem kreativen Nachhaltigkeitskonzept punktet die Suchmaschine Gexsi, (Global Exchange for Social Investment). Mit den aus den Suchanfragen generierten Einnahmen unterstützt Gexsi, ähnlich wie Ecosia, Projekte, die einen positiven Effekt auf die Welt haben sollen.

Alle zwei Wochen fördert die Suchmaschine ein anderes Projekt wie beispielsweise Forest Gum, ein Start-up, das plastikfreien Kaugummi herstellt. In einem Interview mit der Crowdinvest-Plattform bettervest erklärte Gründer Andreas Renner das Geschäftsmodell von Gexsi, das sich im Wesen fast gar nicht von Google unterscheidet. Laut Renner generiert jede Suchanfrage, die über eine gesponserte Anzeige läuft, Einnahmen. Im Schnitt kommt pro Nutzer im Monat ein Euro zusammen, der wiederum für einen guten Zweck verwendet wird. Die Selektion der Projekte erfolgt mithilfe eines Kriterienkatalogs, den man auf der Webseite findet.

 

Spezielle Suchmaschinen für individuelle Bedürfnisse

 

 

Screensahot: Instgramm

Großer Beliebtheit erfreuen sich auch themenspezifische Browser. Ein gutes Beispiel ist die auf vegane Ernährung spezialisierte Produkt-Suchmaschine VeggieSearch. Vorteil ist, dass man nicht lange im Netz nach Öko- und Fairtrade-Produkten suchen muss, sondern die besten Resultate unterschiedlicher Online-Shops auf VeggieSearch übersichtlich zusammengetragen werden.

Dabei beschränkt sich die alternative Suchmaschine nicht nur auf Lebensmittel, auch upgecycelte Möbel oder handgefertigte Kleidung findet man hier. Zudem gibt es auf der Seite viele vegane Rezeptideen, ein regelmäßig erscheinendes Magazin und auch sonstige Tipps und Tricks zum Thema.

Für Reiselustige, die ihren CO2-Fußabdruck reduzieren wollen, bieten sich grüne Suchmaschinen an, die sich mit nachhaltigem Urlaub beschäftigen und die besten Anbieter und Orte in dem Bereich herausfiltern. Ecobnb ist zum Beispiel die klimafreundliche Alternative zu Airbnb, einer der beliebtesten Plattformen für Privatunterkünfte. Hier findet man umweltfreundliche Ferienhäuser oder coole Alternativen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Baumhaus?

 

Web-Browser: mehr als Informationen herausfiltern

 

Natürlich können Suchmaschinen noch mehr als bloß Informationen zusammenzutragen und Auskunft zu geben. Gerade unterwegs erweisen sie sich als nützlich. Wenn man beispielsweise nicht genug Speicher für neue Apps auf seinem Handy hat, lassen sich die meisten Anwendungen unkompliziert durch den Web-Browser abrufen. Sogenannte Cross-Platform-Spiele wie das beliebte Aufbauspiel Forge of Empires, das sowohl im Browser als auch mobil per App verfügbar ist, sind durch ihre Vielseitigkeit extrem populär. Doch nicht nur Strategiespiele reihen sich in die Liste ein.

Auch Glücksspiele können in Online-Casinos durch den Browser abgerufen werden. In etablierten Casinos wie Betway setzt man sich mit einer benutzerfreundlichen und übersichtlichen Browser-Version von der Konkurrenz ab: Selbst private Angelegenheiten wie Bank-Überweisungen können via Browser getätigt werden, falls man die entsprechende App aus Speichergründen nicht auf das Smartphone herunterladen möchte. Ein Leben ohne Suchmaschine ist heutzutage kaum noch vorstellbar.

Mit Suchmaschinen Bäume pflanzen oder wohltätige Zwecke unterstützen - mit einem Klick kann man so die Welt ein Stückchen besser machen. Grüne Alternativen zeigen, dass es möglich ist, Web-Browser zu 100 Prozent mit Erneuerbaren Energien zu betreiben und den Klima- aber auch Datenschutz als höchste Priorität zu deklarieren. Ecosia macht es bereits seit zehn Jahren vor und hat in der Zeit schon über 74 Millionen Bäume gepflanzt. Gexsi unterstützt im Zwei-Wochen-Takt ein neues Projekt, das wiederum einen positiven Effekt auf unsere Welt hat. Um nachhaltig zu handeln, muss man nicht immer große Taten walten lassen. Kleinigkeiten wie das Ändern seines Standard-Browsers kann bereits einen großen Unterschied machen. Schließlich beginnt die Klimawende bereits zu Hause.

 

René Quacken

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