Elektroautos sind nicht wirklich die Lösung

Foto: PIxabay CC/PublicDomain/Joenomias

Dicke Kratzer im Lack der Eleketroautos: Sie sind keine Umweltengel und Klimaschützer, sagen jetzt Wissenschaftler der australischen Murdoch University . Deren Studien entlarven die "versteckten" Gefahren der E-Mobility.

Es beginne bei den Batterien, die den Strom für den Elektroantrieb liefern. Für das Kobalt, das für den Bau der Akkus benötigt wird, schufteten oft Kinder, zitiert die Agentur Pressetext den Umweltexperten Martin Brueckner. Beim Nickelabbau, ebenfalls Bestandteil von Batterien, würden zudem gefährliche Materialien wie Natriumsulfid eingesetzt.

 

Elektroautos produzieren mehr Feinstaub als Verbrennungsmotoren

 

Auch das Lithium der Batterien selbst sei problematisch. Beim Abbau werde die Umwelt geschädigt und es gebe Konflikte um die Landnutzung etwa in Tibet oder Bolivien.

Zudem seien die Elemente, die für die Batterieherstellung benötigt werden, nicht in beliebigen Mengen verfügbar. Eine Recycling-Technik für Batterien, die diese Rohstoff-Verknappung verzögern könnte, sei nicht ausgereift, zitiert die Agentur aus den Studien. Daher sei es laut Brueckner unmöglich, mit heutiger Batterietechnik den gesamten Weltverkehr zu elektrifizieren.

Auch die Luft verpesten Elektroautos: Sie "produzierten zwar keine Abgase", so die Agentur im Pressetext zu den australischen Studien. Aber: "Beim Feinstaub, der neben Stickoxiden in Deutschland eine Diskussion über Fahrverbote in Innenstädten ausgelöst hat, schneiden Elektroautos jedoch schlechter ab als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor." Der Grund: Sie seien wegen der Batterien meist schwerer als konventionelle Autos. Deswegen sei der Reifenabrieb größer.

Außerdem gäbe es nur wenige Länder - wie Norwegen, Schweden oder die Schweiz - die Strom nahezu ohne Emissionen produzieren. Dort gibt es genug Wasserkraftwerke. "Elektroautos verursachen also woanders Emissionen", zieht Pressetext ein ernüchterndes Fazit.

Brueckner zufolge lösten Elektroautos die normalen Probleme des Verkehrs nicht. Sie bräuchten die gleichen Straßen und die gleiche übrige Infrastruktur wie konventionelle Fahrzeuge. Außerdem verursachten Autos unabhängig von ihrem Antrieb hohe soziale Kosten. In Australien waren es laut der Studie an der Murdoch University im Jahr 2015 umgerechnet gut 10 Milliarden Euro.

Vor diesem Hintergrund plädiert der Experte laut Peessetext für eine "ganz andere Lösung: Weg vom Individualverkehr mit eigenen Autos". Städte müssten so gestaltet werden, dass sie zumindest im Kern zu Fuß oder per Fahrrad erschlossen werden können.

Beispiel dafür hgibt es schon. Kopenhagen sei in dieser Hinsicht ein Vorbild. Die Innenstadt soll innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett für Autos gesperrt sein. Auch die norwegische Hauptstadt Oslo und die chinesische Millionenstadt Chengdu seien auf dem Weg zur autofreien Stadt.


red

 

 

Lesen Sie auch:

 

Elektroautos: Keine Revolutionäre für den Klimaschutz

Keine heiße Luft: Auto fährt ohne Abgasproduktion

Individuelles Elektroauto im Selbstbau

Most Wanted

Yoshiko Fujita Foto: INL

Seltene Erden stecken im Abfall

Sie stecken in Smartphones, E-Motoren oder sind in Windturbinen verbaut: Seltene Erden aber sind -...


Forto: UNEP

Flugzeugabsturz: Viele Umweltexperten unter Opfern

Die weltweite Umweltbewegung trauert: Im Flugzeug der Ethiopian Airline, das kurz nach dem Start in...


Foto: refill-deutschland.de

Mitmachaktion zum Refill Day 2019

Rund 800 Millionen Menschen haben derzeit keinen Zugang zu sauberem Wasser! Und das obwohl Wasser...


Neu im global° blog

Foto: Molgreen / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

Vom Mantra der Wachstumslüge

Viel wird zur Zeit in der Öffentlichkeit über framing diskutiert. In der Tat sagt die Wortwahl...


Silo – ein Film über den Gründer der Humanistischen Bewegung

Die Idee einer gleichzeitigen Veränderung sowohl auf persönlicher als auch auf sozialer Ebene, die...


Screenshot: Weltspiegel-Reportage

Der Sonnenkönig von Marokko

Der Film von Stefan Schaaf begleitet den Handwerker Jaouad bei seiner oft mühsamen Arbeit, in...


Folgen Sie uns: