Energie-Genossenschaften investieren derzeit kaum

Strom aus der Sonne Foto: Wikimedia CC/Pilsak

Debatte um neues EEG lähmt Investitionen in Erneuerbare: Nach Recherchen der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) dämpft die anhaltende Diskussion um die Ausgestaltung eines neuen Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) die Investitionslaune vieler Energiegenossenschaften. „Fast jede dritte wird in diesem Jahr keine Investitionen vornehmen“, konstatiert die AEE in einem aktuellen Statement.

Die schwarz-rote Koalition in Berlin hatte mehr Bürgerbeteiligung bei der Energiewende versprochen. Die Realität sieht ganz anders aus, stellt Eckhardt Ott vom Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) fest, „das neue EEG droht die Energiewende auszubremsen und dabei vor allem die kleinen Marktakteure wie Energiegenossenschaften zu treffen .“

 

Investitionsschub in Erneuerbare droht zu stagnieren

 

Sein Verband wollte sich ein Bild verschaffen und befragte übe 700 neu gegründete Genossenschaften im Öko-Energiesektor. Als Ergebnis schätzt er, dass allein 2014 potenzielle Anleger rund 300 Millionen Euro zurückhalten und das Ende der laufenden Politdebatte um das EEG abwarten.

Die Genossenschaften brauchen erst Klarheit über die weitere Förderung der neuen Energieerzeugung. Bislang, so sagen AEE und DGRV, investierten die Energiegenossenschaften gut 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau Erneuerbarer Energien. Dieser Schub bleibt nun vorerst aus. Die Kritik der Ökostromer trifft vor allem die geplante Belastung für selbst genutzten Ökostrom. „Bei den geplanten Ausschreibungen werden Energiegenossenschaften kaum zum Zuge kommen“, fürchtet der Genossenschaftsverband zudem.

 

Kooperation mit Kommunen gerät ins Stocken

 

Auch die Kooperation zwischen Energiegenossenschaften und Kommunen komme ins Stottern: Befragung der Gemeindevertreter macht deutlich, dass in fehlender Planungssicherheit aufgrund von unsicheren Rahmenbedingungen sowie in der Deckelung der Ausbauziele die größten Hemmnisse für die dezentrale Energiewende gesehen werden. „Es sind mit Kommunen, Genossenschaften und Energiebürgern nun genau jene Akteure irritiert, die bisher die Treiber der Energiewende waren“, bedauert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. „Es bleibt abzuwarten, wie sich der neue politische Rahmen auf die bisher so engagierte Gruppe auswirken wird.“


red

 

 

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