Energiewende: Ausbeutung der Privathaushalte

Foto: Wikipedia/Frank Vincent

Die Zusatzkosten für Endverbraucher werden 2013 erneut um Millionen steigen. Betroffen sind allerdings nur Kleinverbraucher wie Privathaushalte oder kleinere Gewerbebetriebe. Die großen, energieintensiven Unternehmen profitieren sogar von der Umstellung auf alternative Energien, sie können sich für 2013 auf sinkende Strompreise freuen.

Schuld ist dabei nicht das EEG ( Erneuerbare Energie Gesetz, kurz für Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energie) an sich, sondern die Politik, die unter dem Einfluss gezielter Lobbyarbeit die Großunternehmen immer weiter entlastet. Während Privathaushalte auf den normalen Strompreis noch die EEG-Umlage (Mehrkosten, die dem Netzbetreiber durch die Einspeisung erneuerbarer Energien entstehen) und den Netzentgelt zahlen, sind Großunternehmen von diesen Kosten weitestgehend befreit. 2013 wird es für sie noch besser. Während die EEG-Umlage für den Privatverbraucher von heute ca. 3,5 Cent pro Kilowattstunde auf 2013 ca. 5 Cent pro Kilowattstunde steigen wird, bleiben die Preise für energieintensive Großunternehmen konstant bei 0,05 Cent. Der Preisanstieg für den Kleinverbaucher ist durch eine neue Regelung zu erklären. Bisher gilt die Umlage-Reduzierung nur für Unternehmen, die mindestens 100 Gigawattstunden Strom verbrauchen. Ab 2013 wird dieser Verbrauch jedoch auf 10 Gigawattstunden gesenkt. Zusätzlich werden Großunternehmen vom Netzentgelt komplett befreit.

Diese und einige weitere Sonderregelungen führen dazu, dass die Belastung der Kleinverbraucher 2013 um mindestens 1 Milliarde steigen wird. „Die Industrie massiv zu entlasten und alleine die Kleinverbraucher die Zeche zahlen zu lassen, ist eine Dreistigkeit, die bisher ohne Beispiel ist“ zitiert die 100 prozent erneuerbar stiftung Holger Kranwinkel, den Energieexperten des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Und dass, obwohl die Strompreise an der Börse niedrig sind, wie lange nicht mehr. Im Juni 2012 lag der Preis für eine Kilowattstunde ca. 19% unter dem des Vorjahres. Doch die niedrigen Preisen kommen nicht beim Verbraucher an. Eine Tatsache, die den Unmut in der Bevölkerung schürt. Und zwar mit Recht. Wichtig ist aber, die Ursachen im Blick zu behalten. Die rasant steigenden Kosten gehen nämlich nicht nur auf das Konto der Energiewende, sondern sind hauptsächlich das Resultat einer ungerechten Strompolitik.

 

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