Japans schwimmende Solarkraftwerke

Screenshot_ Kyocera

Alternativen zur Kernkraft: Den Atom-Ausstieg verschieben viele Japaner immer wieder, weil sie auf Ihren dicht besiedelten Inseln im Pazifik nicht genügend Platz wähnen, um ausreichend Solarparks zu installieren. Die Lösung sind vor den Küsten schwimmende Kunstinseln, auf denen Sonnenkraftwerke den Ökostrom produzieren.

Der Tsunami und die dadurch ausgelöste Katastrophe im AKW bei Fukushima vor fünf Jahren beendeten den ungebrochenen Atomboom in Fernost. Seither wollen auch viele Bewohner Nippons ihre Kernkraftwerke lieber heute als morgen abschalten. Die regierenden Politiker aber knicken immer wieder vor der Atom-Lobby ein und klemmten die bereits stillgelegten Meiler wieder ans Stromnetz.

 

Solarinseln liefern Ökostrom für 8.000 japanische Haushalte

 

Jetzt jedoch gibt es Pläne, die Solarstrom-Erzeugung aufs Wasser zu verlagern. 30 schwimmende Solarparks sollen vor den Küsten zunächst 60 Megawatt der sauberen Energie erzeugen. Bau-Herren sind die beiden Konzerne Kyocera und Century Tokyo Leasing. Das nach Werksangaben bislang weltgrößte schwimmende Solarkraftwerk in Kato City liefert bereits seit einem Jahr Solarstrom für etwa 3.300 japanische Haushalte auf der Insel. Das zweite entsteht bei Tokyo. Es soll Energie für zusätzliche 5.000 Haushalte erzeugen.

Die Anlagen im Meer testeten zuvor Ingenieure, ob sie auch Wind und Wetter standhalten. Im Prüflabor der französischen Luftwaffe in Onera hielten die PV-Panele den Windböen eines Hurrikans stand. Die Energieinseln könnten damit ihren Beitrag leisten, damit der Plan der Präfektur von Fukushima aufgeht: Der vom Atom-GAU betroffene Distrikt soll bis 2040 zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energien umsteigen.


pit

 

 

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