Explosiver Plan: Fracking in Deutschland

Grafik: Zentrum-der-Gesundheit.de

Die Bundesregierung will die umstrittene Fracking-Methode noch vor den Wahlen im Bundestag durchpeitschen. Kritiker und Umweltschützer befürchten eine Kontaminierung des Grundwassers durch die Förderung von Schiefergas.

 

Die Diskussion wird immer hitziger. Offensichtlich will die schwarz-gelbe Regierung unbedingt noch in dieser Wahlperiode ein klares Ja zum Fracking erreichen und so das in Deutschland faktisch bestehende Moratorium durchbrechen.

 

Die Fraktionen von Union und FDP forderten Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler dazu auf, noch im Februar einen Gesetzesvorschlag für eine bundesweite Regelung der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten vorzulegen. Bundesumweltminister Peter Altmaier spricht zwar von strengen Regelungen, die bei der Förderung von Schiefergas, beachtet werden sollen. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei zwingend notwendig und in Trinkwasserschutzgebieten werde nicht gebohrt, so Altmaier im Deutschlandfunk.

 

Gutachter raten von Förderung ab

 

Doch Umweltschützer schlagen Alarm: Fracking ist umweltschädlich und keine Lösung sich von russischen Gasimporten unabhängig zu machen. Das Umweltbundesamt (UBA) berechnete in einer Studie von 2012, dass mit dem vorhandenen Schiefergas in Deutschland die Gasversorgung nur für 13 Jahre gedeckt werden könnte. 14 Prozent dieses Gases liegen zudem in Trinkwasserschutzgebieten. Das UBA betonte zudem, dass es an wissenschaftlich fundierten Kenntnissen zur Förderung fehle. Dies gilt insbesondere für potentielle Auswirkungen auf das Grundwasser. Die Gutachter der Studie raten derzeit von einer großflächigen Förderung ab. Besorgnisse und Unsicherheiten bestehen besonders wegen des Chemikalieneinsatzes und der Entsorgung des anfallenden Abwassers.

 

Immer mehr Bürger gehen gegen die fragliche Förderung von Schiefergas auf die Straßen. Besonders in Niedersachsen und Nordrheinwestfalen gründeten besorgte Deutsche Initiativen gegen das Fracking. Sie befürchten eine Verseuchung ihres Grundwassers und Erdbeben. Aber auch andere Bundesländer, wie Hessen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg weisen Schiefergasvorkommen auf und kämen als Fördergebiete in Frage.

 

In den USA boomt die Förderung von Schiefergas. Die Gaspreise sind dort auf ein Drittel des deutschen Niveaus gefallen. Die niedrigen Energiepreise in den USA hätten dort zu einer Reindustrialisierung geführt. Konzerne wie BASF und ExxonMobil wollen in Deutschland Fracking betreiben, um auf dem internationalen Markt nicht hinterher zu hinken.

 

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