Geld für Schutzhülle am AKW Tschernobyl fehlt

AKW-Baustelle Tschernobyl Foto: Wikimedia CC/By-SA 3.0/Arne Mueseler

Geld für Tschernobyl: Gut 600 Millionen Euro fehlen nach Medienberichten, um den 1986 explodierten AKW-Reaktor im ukrainischen Kernkraftwerk mit einer schützenden Betonhülle einzusargen. Jetzt soll Deutschland während seiner Präsidentschaft der G7-Gruppe die Industriestaaten dazu bringen, dem Land zu helfen.

Über 28 Jahre nach der größten Nuklearkatastrophe ist das AKW in Tschernobyl noch immer nicht sicher verpackt. Der GAU im April 1986 kostete bislang nach Expertenschätzungen über 180 Milliarden US-Dollar, die Zahl der Strahlenopfer schwankt zwischen 4.000 und „bis zu 100.000“, wie die Tageszeitung Die Welt schreibt: „Erledigt ist die Katastrophe noch lange nicht.“

 

Riesige Betonhülle zum Schutz vor radioaktiver Strahlung in Tschernobyl

 

Für den „sicheren Einschluss des Katastrophenreaktors in Tschernobyl“ fehlen laut Angaben mehrerer Medien derzeit etwa 615 Millionen Euro. Weil der alte Betonschutz um den havarierten Reaktor-Block 4 langsam brüchig wird, will die Ukraine eine neue etwa 42.000 Quadratmeter große Schutzhülle betonieren. Sie soll über 100 Meter hoch und 165 Meter lang sein.

1997 schon hatten die G7-Staaten der Ukraine Hilfe zugesagt. Im Frühsommer 2014 erneuerten sie in Brüssel die Zusage zum Bau des Chernobyl Shelter Fund (CSF). Deutschland will 80 Millionen Euro zahlen.

Die Zeit drängt und das Geld ist nicht im Bundeshaushalt eingestellt. Laut Finanzmister seien für 2014 und 2015 „lediglich jeweils 7,65 Millionen Euro vorgesehen“, zitiert die Welt den Etat.

Mitte Oktober soll bei einer Sitzung der G-7-Gruppe für Nuklearsicherheit der Knoten durchschlagen werden. Während die USA, Deutschland, Kanada, Italien und die EU-Kommission wohl mehr Geld geben wollen, halten sich Japan, Frankreich und Großbritannien bedeckt.


red

 

 

Lesen Sie auch:

 

Super-GAU in Deutschland: Wir bezahlen dafür

Gefahr um deutsche AKW größer als bisher behauptete

Vögel machen das beste aus Nuklearkatastrophen


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!

Most Wanted

Cover

POWER TO CHANGE - Die Ernergierebellion

POWER TO CHANGE, ein Film über das Jahrhundertprojekt Energiewende und eine Reise in die Zukunft...


Foto: PlanHive

PlantHive launcht ersten Smart Garden fürs Heim

PlantHive revolutioniert mit seiner nächsten Generation vernetzter "Smart Gardens" das Urban...


Foto: Joakim Kroeger/eRoadArlanda

Schweden eröffnet erste Stromstraße der Welt

Mobil in die Zukunft - ohne Abgas: In Schwedern können Elektroautos jetzt während der Fahrt über...


Neu im global° blog

Screenshot: Pressenza

Zweiter Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit

Im Zuge der Vorbereitungen für den zweiten weltweiten Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit besucht...


Foto: geralt/Pixabay CC0

Widerstand gegen die Digitale Revolution

Mark Zuckerberg, seines Zeichens Erfinder und Chef von Facebook, muss gerade vor dem Handels- und...


Foto: gn-stat.org

GLOBAL NET gegen globalen Waffenhandel freigeschaltet

In einer Pressekonferenz in Berlin wurde der Informationspool www.gn-stat.org für den Widerstand...


Folgen Sie uns:

ANZEIGE