Studie berechnet CO2-Last der Herstellerkette

Der exakte Kohlendioxidausstoß eines Landes lässt sich bislang nur schwer bestimmen. Denn Rohstoff-Extraktion, Verarbeitung und Handel und Konsum der Produkte inklusive der Entsorgung finden in der globalisierten Welt meist in unterschiedlichen Regionen, Ländern oder Kontinenten statt. Zum ersten Mal veröffentlichen Wissenschaftler am Department of Global Ecology der Carnegie Institution an der Stanford University (USA) daher jetzt Berechnungen, diese Wege und Orte exakt in ihre Kalkulation mit einbeziehen. Ihr Ergebnis: Würde der Klima belastende CO2-Faktor statt im Endprodukt bereits entlang der gesamten Versorgungskette der Produkte gezählt und taxiert, führt dies zu Verschiebungen im Preisgefüge.

Bis heute belasten die Kosten für die CO2-Emissionen die Klimabilanz des Landes, in dem etwa Erdöl oder Erdgas als Energieträger verbrannt werden. Nicht einbezogen bleibt die beim Transport dorthin verbrauchte Energie, betonen die Autoren der Studie, Steven Davis und Ken Caldeira. „Wollen wir das korrekt regeln“, betonen sie, „müssten wir nicht nur die Rohstoffgewinnung, sondern auch bei Herstellung und Verbrauch anderer Produkte aus fossilen Rohstoffen die CO2-Last zählen.“ CO2-Emissionen dürfen ihrer Meinung nach nicht isoliert betrachtet werden – davon profitieren entlang der Supply-Chain viele Akteure.

 

Caldeira untersuchte zusammen mit Co-Autor Glen Peters Daten aus 58 industriellen Bereichen in 112 Ländern der Erde, um sich ein genaueres Bild der tatsächlichen CO2-Emittenden zu machen. Die Daten stammen aus dem Jahr 2004. Die Wissenschaftler stellten fest, dass der Großteil des Erdöls in Produkten landet, die am Ende ihres Lebenszyklus in den wirtschaftlich höher entwickelten Ländern konsumiert werden. Mit Ausnahme von China importieren diese nicht nur viel Rohöl sondern auch verarbeitete Produkte.

Die Wissenschaftler schließen aus ihren Rechnungen, dass die Einfuhr von CO2-Besteuerung am Ort der Rohstoff-Förderung die Verlagerung in entferntere Länder zur Verarbeitung verhindern könne.

So werde die Besteuerung fossiler Energienutzung effektiver, denn etwa 67 Prozent allen geförderten Öls fließe in China, den USA, im Mittleren Osten, Russland, Kanada, Australien, Indien und Norwegen aus dem Boden. „Die Förderländer“, erklärt Ken Caldeira den Kreislauf, „wollen ihr Öl verkaufen, um Devisen einzunehmen. Verbraucherländer suchen günstige Produkte. Aber alle streben wir auch danach, das Klima zu schützen, das durch den Verbrauch fossiler Rohstoffe beschädigt wird.“

Die Studie finden Sie hier

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