Klage gegen US-Stadt: Sie verbot Fracking

FOto: visitcollins.com

US-Städtchen verbietet Fracking - der Gouverneur von Colorado klagt dagegen. Von wegen Meinungsfreiheit in Amerika: Ausgerechnet ein demokratischer Gouverneur akzeptiert in Colorado nicht, wenn Bürger einer Stadt sich gegen das umstrittene Fracking entschieden.

John Hickenlooper ist ein Parteigänger von Präsident Obama. Der Demokrat regiert im zentralen Hochland östlioch der Rockys. Dort hat die Menschen das Öl- und Gasfieber erfasst – nur nicht in Fort Collins.

Vor fast 150 Jahren am Cache la Poudre River gegründet, hat die Stadt heute knapp 150.000 Einwohner. Und die sind sich einig, dass sie auf ihrem Land kein Fracking dulden. Der Gemeinderat beschloss: Auf der Gemarkung von Fort Collins dürfen die Schürfer der Ölkonzerne ihre Bohrer nicht in den Boden versenken. Die Bevölkerung begrüßte den Ratsentscheid.

 

Gouverneur als Lobbyist der Fracking-Firmen bekannt

 

John Hickenlooper passt der „Bann für die Fördermethode“ nicht. Er kündigte umgehend an, dass er die Stadt verklagen werde.

Zur Begründung meint der Chef im US-Bundesstaat: „Ich will keine Gerichtsverfahren gegen die Stadt, aber der Ratsbeschluss verletzt die Gesetze von Colorado“, so s einen Sprecher, „ihm blieb keine andere Wahl.“

Kelly Ohlson, der Bürgermeister in Fort Collins, konterte: „Ich denke er sollte sich lieber um die Gesundheit der Bürger in Colorado kümmern und sich nicht als Ober-Lobbyist der Fracking-Industrie gebärden.“

Der Gouverneur hatte Schlagzeilen gemacht, als er zum Beweis, dass Fracking keine Gesundheitsgefahren berge öffentlich einen Pokal mit Grundwasser aus einem Bohrgebiet getrunken. Das Wasser hatte dem Regierungschef ein Vertretern der US-Dienstleisungsfirma Halliburton kredenzt. Die ist seit Jahren in diverse Skandale verwickelt und engagiert sich als Ausrüster für die Bohrunternehmen.

Noch skandalöser: Auch die Colorado Oil and Gas Association will nun gegen das Frackingverbot klagen. Sie reichte eine Petition mit den Unterschriften lokaler Befürworter der Bohrungen im Rathaus ein. Laut Recherchen der örtlichen Lokalzeitung Coloradoan jedoch entpuppten sich die Unterschriften als gefälscht: „Die Firmeninhaber waren erstaunt, dass ihre Namen auf dieser Liste standen.“

 

 

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