09.07.2019

Klimaschutz: Die Wende beginnt zuhause

Foto: istock.com/DisobetyArt

Umweltschutz ist im Trend, wie auf politischer Ebene deutlich sichtbar wird. Jedoch sind die Maßnahmen noch nicht hinreichend und für einen flächendeckenden Wandel sind Bürger gefragt, das eigene Verhalten anzupassen, und das in mehr Bereichen, als es zunächst den Anschein hat.

Der Klimawandel ist das vielleicht dringendste und am meisten diskutierte Thema dieses Zeitalters. Die notwendigen Maßnahmen zur Wende sind bereits bekannt und schnell richtet sich dabei der Blick auf die großen Faktoren: Flugreisen, Autos, Kohlekraftwerke, Kreuzfahrtschiffe, Industrie und Nutztierhaltung werden in diesem Zusammenhang stets als prominente Klimakiller genannt.

 

Technik als Öko-Helfer im Trend

 

Dabei gibt es schon zuhause viele Dinge, mit denen das eigene Verhalten umweltfreundlicher wird. Und diese müssen nicht einmal viel kosten: Smarte Thermostate sind ein verbreitetes Beispiel, da sie schon für 15 Euro oder weniger erhältlich sind und die Heizungseffizienz spürbar verbessern.

Das Funktionsprinzip ist ebenso einfach wie Installation und Inbetriebnahme: Die Thermostate sind netzwerkfähig und können per App gesteuert werden. Das erlaubt eine bedarfsgenaue Nutzung, insbesondere die Möglichkeit, automatisierte Heizzyklen einzurichten, ist ein erheblicher Vorteil.

Viele weitere Smart-Home-Geräte schlagen in dieselbe Kerbe. Sie erhöhen den Komfort, was insgeheim der primäre Kaufgrund für viele Menschen ist. Verwerflich ist dies jedoch nicht, da eine Effizienzverbesserung meistens automatisch enthalten ist. Letztendlich zählt das Resultat und hier bringt das Smart Home einen ökologischen Fortschritt.

 

Nahrung, Kleidung und mehr: Viele Bereiche spielen eine Rolle

 

Doch während der Einfluss des Energieverbrauchs auf die Umwelt schon immer bekannt war, werden andere Lebens- und Konsumbereiche stark vernachlässigt. Lange Zeit galt das auch für die Nahrung, allerdings ist hier in den letzten Jahren ein Umdenken entstanden. Die Auswirkungen der industriellen Nutztierhaltung (speziell der Rinderzucht) sind einer der führenden Faktoren und als Resultat sind Fleischersatzprodukte auf dem Vormarsch. Wurde Veganismus früher noch als extreme Nische verschrien, ist die Ernährung ohne Tierprodukte heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Im nächsten Schritt könnte die Modebranche in den Fokus treten und einen ähnlichen Wandel durchmachen. Erste Bestrebungen gibt es bereits, ein bekanntes Beispiel ist Fair Fashion, das nicht nur ökologische, sondern auch soziale und ethische Faktoren beachtet. Letztere sind durch die Auslagerung von Produktionsstätten in Niedriglohnländer in den Mittelpunkt gerückt und für Kunden bedeutet das die moralische Frage, ob sie bereit sind, mehr Geld auszugeben, um Missstände in weit entfernten Regionen zu beheben. Dieses Denken überträgt sich zwangsläufig auf alle genannten (und viele weitere) Bereiche und wird darüber entscheiden, ob die Notbremse noch realistisch ist.

 

Felix Bath

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