Klimaschutz: Ohne CO2-Speicherung geht's nicht

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Klimaschutz mit Technikhilfe: "Um den globalen Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen wird der großskalige Entzug von CO2 aus der Atmosphäre nötig sein", fasst der Wissenschafts-Pressedienst (idw) Aussagen im jüngsten, gerade veröffentlichten Bericht des Weltklimarats IPCC zusammen.

Laut Sabine Fuss vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), die als Leitautorin am Klimabericht mitgeschrieben hat, sei das 1,5-Grad-Ziel zwar nicht unerreichbar. Es stelle jedoch die "Staatengemeinschaft in den kommenden Jahren vor enorme Herausforderungen".

 

Klimaschutz: Kohlendioxid aus der Atmosphäre entziehen

 

Eine wichtige Aufgabe dabei sei, schreibt idw, ein massiver Entzug von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Das Ausmaß der CO2-Entnahme könne laut dem IPCC-Bericht jedoch durch eine tiefgreifende Veränderung auf der Nachfrageseite begrenzt werden, etwa durch eine verminderte Energienachfrage oder einen geringeren Fleischkonsum.

„Je länger die Welt mit ambitionierten Maßnahmen zum Klimaschutz wartet, desto entscheidender wird die Bedeutung von CO2-Entnahme-Technologien für das 1,5-Grad-Ziel“, sagt Forschrin Fuss, die am MCC die Arbeitsgruppe Nachhaltiges Ressourcenmanagement und globaler Wandel leitet und eine entsprechende Professur an der Humboldt-Universität zu Berlin innehat. „Eine entschiedene und erheblich schnellere Einsparung von Emissionen kann die Abhängigkeit von diesen Technologien aber verringern.“

Der Entzug von CO2 aus der Atmosphäre spielt in dem jetzt veröffentlichten IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel eine entscheidende Rolle. Die Wissenschaft hat dabei belastbare Ergebnisse geliefert, um den Beitrag von CO2-Entnahme zum Klimaschutz zu bewerten: Aufgrund des geringen verbleibenden Kohlenstoffbudgets ist das 1,5-Grad-Ziel ohne sie nicht mehr erreichbar.

 

 

CO2: Klimakiller wird zum Rohstoff

Für die viele Menschen ist Kohlendioxid(CO2)das schmutzige Gas, das für die globale Erwärmung, schmelzende Gletscher und anschwellende Ozeane verantwortlich ist.

weiter...

 

Unter Maßnahmen für CO2-Entnahme fallen vergleichsweise gewöhnliche Optionen wie etwa Aufforstungsprogramme, bei denen die wachsenden Bäume vorhandene Emissionen binden. Es gibt auch Mineralien, die – in kleine Teilchen zermahlen und auf landwirtschaftliche Flächen ausgebreitet – CO2 absorbieren. Die am meisten diskutierte Technik ist Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (Bioenergy with Carbon Capture and Storage, BECCS). Dabei wird Biomasse zum Beispiel in Kraftwerken verbrannt und das frei werdende CO2 umgehend abgeschieden und in geologischen Tiefenlagern gespeichert.

Der Bericht zeigt, dass die jeweiligen CO2-Entnahme-Technologien sich in Kosten, Nebenwirkungen, Entwicklungsstand und Langfristigkeit der Speicherpotenziale erheblich unterscheiden, etwa bei der Landnutzung, dem Wasserverbrauch oder dem Energiebedarf. „Bei einer etwaigen Verwendung im großen Stil werden sie mitunter auf deutlich sichtbare Grenzen stoßen“, sagt Fuss. „Daher wird Klimaschutz, der sich stark auf CO2-Entnahme verlässt, derzeit kontrovers diskutiert und stößt auf geringe Akzeptanz in der Öffentlichkeit.“

Der IPCC-Sonderbericht betont vor diesem Hintergrund auch die wachsende Bedeutung der Nachfrageseite. So können beispielsweise Einsparungen bei der Energienachfrage oder der Verzicht auf Produkte mit einem großen „Landfußabdruck“ einen Unterschied machen. Drastische Einsparungen auf der Nachfrageseite können die CO2-Entnahme bis Ende des Jahrhunderts im besten Fall bis auf 100 Gigatonnen CO2 begrenzen. „Auch nachfrageseitige Lösungen werfen aber Fragen der Akzeptanz und damit der Machbarkeit auf. Es gilt, hier die verschiedenen Optionen zu bewerten“, sagt Fuss.


red

 

 

Lesen Sie auch:


 

CO2-Budget der Erde bald ausgereizt

Gut 70 Jahre früher als erwartet, ist das weltweite CO2-Verschmutzungsvolumen ausgereizt. Das errechnet jetzt der neue Low Carbon Economy Index 2013 der Unternehmensberater von PricewaterhouseCooper (PwC).

weiter...

 

Holland wird zum CO2-Endlager

Die großen Erdgasvorkommen in Holland konnten mit der bisherigen Fördetechnik nur begrenzt genutzt werden. Jetzt soll die Ausbeute mit eingepresstem CO2 erhöht und der Ausbau der Steinkohleverstromung ganz nebenbei noch grün gewaschen werden.

weiter...

 

Neue Solarzelle recycelt CO2 aus der Atmosphäre

Aus CO2 wird Sprit: Forschern der University of Illinois in Chicago gelang jetzt eine künstliche Photosynthese. Sie entwickelten eine synthetische Solarzelle. Die macht mit Hilfe von Solarenergie aus Kohlendioxid in der Luft brennbares Synthesegas.

weiter...

Most Wanted

Foto: ICAN

Weltpremiere: „Der Anfang vom Ende von Atomwaffen“

Gestern, am 6. Juni, fand die von Pressenza International Press Agency veranstaltete Weltpremiere...


Foto: Institut français

"Rendezvous im Garten" - „Tiere im Garten“

Unter dem Motto „Tiere im Garten“ wird die französische Initiative der „Rendezvous im Garten“ nun...


Foto: Gerd Pfitzenmaier

Tausende auf Europas größter ökologischer Erlebnismeile

Bereits zum 24. Mal organisierte die „Grüne Liga“ am Brandenburger Tor in Berlin das...


Neu im global° blog

Foto: ICAN

Weltpremiere: „Der Anfang vom Ende von Atomwaffen“

Gestern, am 6. Juni, fand die von Pressenza International Press Agency veranstaltete Weltpremiere...


Foto: pressenza.com

Ärztetag: Klimaschutz als zentrale ärztliche Aufgabe

Am 28.05.2019 wird der jährlich stattfindende Deutsche Ärztetag in Münster eröffnet. Vor der...


Screenshot: Video

Geburtsvideo zur Europawahl 2019

Es ist inzwischen schon üblich, dass das EU-Parlament im Vorfeld von Europawahlen ein Video...


Folgen Sie uns: