25.02.2019

Klimawandel bedroht Samenspeicher auf Spitzbergen

Foto: Bjoertvedt / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Damit auch in Zukunft die Biodiversität und im speziellen unsere Nahrung gesichert ist, lagern bis zu 2,5 Milliarden Pflanzensamen aus aller Welt in einem Hightech-Tresor auf Spitzbergen in Norwegen. Die Idee ist, dass dort für den Fall regionaler oder gar globaler Katastrophen von allen landwirtschaftlich wichtigen Pflanzenarten Saatgutproben langfristig bombensicher eingelagert sind. Dieses besondere Projekt - Global Seed Vault, auch Doomsday Vault genannt - ist durch den Klimawandel ernsthaft bedroht.

 

Etwa 1300 Kilometer vom Nordpol entfernt ist der Samentspeicher 2008 tief in den Permafrostboden des Berges Platåberget eingegraben worden. Spitzbergen galt als idealer Aufbewahrungsort ohne Erdbebengefahr und mit guter Infrastruktur. Seit 1971 sind die Temperaturen auf Spitzbergen zwar um etwa 5 Grad Celsius gestiegen. Jetzt aber soll aktuellen Studien zu Folge die Temperatur bis 2100 um weitere 10 Grad steigen. Im Winter 2016 lagen die Temperaturen jenseits des 80. Breitengrads um 20 Grad höher als normal. Statt wie üblich bis auf minus 25 bis 40 Grad Celsius zu sinken, näherten sie sich dem Gefrierpunkt und stiegen teilweise sogar darüber.

 

Wenn die Prognosen eintreffen sollten und der Klimawandel nicht gebremst wird, kann die Erwärmung erhebliche Auswirkungen auf den Global Seed Vault haben. Im Inneren der Anlage muss eine Temperatur von -18 Grad Celsius herrschen, die bei schmelzendem Permafrostboden wahrscheinlich nicht aufrecht zu erhalten ist. Aufgrund von steigenden Temperaturen war der Seed Vault bereits schon mit einer Überflutung konfrontiert worden. Um die Anlage zu schützen, glauben Experten, dass die Erwärmung auf maximal 7 Grad beschränkt werden müsste.

 

Auf Spitzbergen leben derzeit etwa 2300 Menschen und natürlich würden auch sie, genauso wie die Eisbären, Robben, und anderen Lebewesen, die auf der Inselgruppe leben, durch die Erwärmumg gefährdet sein.

 

 

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