08.11.2018

Klimawandel-Bewusstsein in Europa und der Welt

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Klimawandel: Deutsche kümmert er wenig. Die Europäische Investitionsbank (EIB) gab die ersten Ergebnisse einer gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführten Umfrage bekannt. Sie zeigen, was die Menschen in der Europäischen Union, in den Vereinigten Staaten und in China über den Klimawandel denken.

Die EIB-Umfrage ergab, dass in Deutschland ein geringeres Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels herrscht als im EU-Durchschnitt. "52 Prozent der Menschen im Land glauben, dass der Klimawandel schon jetzt eine Bedrohung für die Menschheit ist; im EU-Durchschnitt sind es 59 Prozent", fasst die EIB zusammen.

Insgesamt zeigten sich starke regionale Unterschiede, schreiben die Banker in der Pressemeldug zu ihrer Umfrage: Die Menschen in Südeuropa sind besonders besorgt, die Nordeuropäer weniger.

 

Junge Deutsche zweifeln eher am menschgemachten Klimawandel

 

In Deutschland seien, so die EIB auch "generationsabhängige Unterschiede bei der Einstellung zum Klimawandel zu beobachten". Sie deckten sich jedoch nicht mit den Unterschieden in den anderen EU-Ländern, wo die jüngeren Generationen klimabewusster sind als die älteren.

In Deutschland ist es genau umgekehrt: 52 Prozent der 35- bis 54-Jährigen glauben, dass die globale Erwärmung auf menschliches Handeln zurückzuführen ist, während nur 46 Prozent der 18- bis 34-Jährigen diese Ansicht vertreten.

 

Klimawandel: Europäer wesentlich bewusster als Amerikaner und Chinesen

 

Trotz ermutigender Trends beim Klimabewusstsein in ganz Europa zeigt die Umfrage im Vorfeld der 24. UN-Klimakonferenz im Dezember in Polen, dass noch viel zu tun bleibt. Laut der EIB-Umfrage machen sich 20 Prozent der EU-Bürger nach wie vor keine Sorgen über den Klimawandel – obwohl der Weltklimarat (IPCC) warnt, dass die Erderwärmung weltweit erhebliche Auswirkungen auf Natur, Mensch und Wirtschaft haben werde.

 

 

Umfrage: „Klimawandel findet hier und heute statt“

Über drei Viertel der Menschen in Deutschland sagt: „Der Klimawandel findet schon statt“: 78 Prozent der von Wissenschaftlern am Fachgebiet Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Kassel Befragten.

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Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten und China herrscht in Europa ein wesentlich größeres Bewusstsein für die Herausforderungen des Klimawandels. 78 Prozent der Europäerinnen und Europäer geben an, über den Klimawandel beunruhigt oder alarmiert zu sein, verglichen mit 65 Prozent in China und 63 Prozent in den USA.

Ebenso bezweifelt nur ein sehr geringer Teil in Europa, dass es überhaupt einen Klimawandel gibt (6 Prozent sind sich nicht sicher und 1 Prozent bestreitet ihn).

Im Gegensatz dazu wird der Klimawandel in den Vereinigten Staaten uneinheitlich wahrgenommen: Ein Drittel der Bevölkerung ist alarmiert, aber fast 14 Prozent bezweifeln den Klimawandel.

Monica Scatasta, Leiterin Grundsatzfragen Umwelt, Klima und Soziales bei der EIB: „Vor drei Jahren haben wir uns weltweit darüber geeinigt, was zu tun ist, um katastrophale Klimaveränderungen zu verhindern. Aber wir kommen immer noch zu langsam voran. Der Öffentlichkeit in Europa scheinen die Risiken und der Handlungsbedarf zwar bewusster zu sein als in den Vereinigten Staaten und in China; es muss aber noch mehr getan werden, um die internationale Gemeinschaft auf der 24. UN-Klimakonferenz in Polen zum Handeln zu bewegen."


red

 

Ansichten der Deutschen zum Klimawandel:

 

  • 27 Prozent sind alarmiert, wenn sie an den Klimawandel denken
  • 47 Prozent sind beunruhigt, wenn sie an den Klimawandel denken
  • 48 Prozent meinen, dass der Klimawandel hauptsächlich auf menschliches Handeln zurückzuführen ist
  • 10 Prozent meinen, dass der Klimawandel hauptsächlich auf natürliche Veränderungen in der Umwelt zurückzuführen ist
  • 52 Prozent schätzen, dass der Klimawandel bereits eine Bedrohung für die Menschheit ist
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