Klimawandel in Deutschlands Regionen

Foto: Pixabay/PublicDomain/Tumisu

Für das künftige Klima in Deutschland gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Bei einem Weiter-wie-bisher-Szenario werden Hitzeperioden zunehmen, wird Starkregen heftiger, erhöht sich die Jahresmitteltemperatur um wahrscheinlich fast 4 °C – mit massiven Konsequenzen für die Landwirtschaft und die Gesundheit der Bevölkerung. Wenn jedoch alle Vereinbarungen konsequent umgesetzt werden – und das ist die gute Nachricht – ist das in Paris vereinbarte Zwei-Grad-Ziel seit Beginn der Industrialisierung immer noch erreichbar.

Dieses Ergebnis beschreiben Wissenschaftler der Universität Hohenheim. Sie erforschten im Projekt „Regionale Klimaprojektionen Ensemble für Deutschland“ (ReKliEs-De) erstmals belastbare Auswirkungen und die Bandbreite der mittleren Änderungen und der Extreme der zukünftigen Klimaentwicklung in Deutschland sowie den Einzugsgebieten der nach Deutschland entwässernden Flüsse.

 

Modelle künftiger Klimaentwicklung in Deutschland

 

An dem vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie koordinierten Projekt beteiligt waren: die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, das Climate Service Center Germany (GERICS), der Deutsche Wetterdienst, das Deutsche Klimarechenzentrum, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die Universität Hohenheim.

Um das Ziel des Projektes zu erreichen, wurde in den letzten drei Jahren (September 2014 bis Dezember 2017) eine weltweit einzigartige Datenbasis geschaffen. Sie besteht aus räumlich hochaufgelösten regionalen Klimaprojektionen auf Basis dynamischer Modelle und statistischer Methoden, welche systematisch die von dem europäischen Klimaforschungsprojekt EURO-CORDEX erzeugten Ergebnisse ergänzen.

Die Ergebnisse: Im Klimaschutz-Szenario würde die Erwärmung im 21. Jahrhundert nur rund 1 Grad Celsius betragen. Mit einem Weiter-wie-bisher-Szenario steigt die Jahresmitteltemperatur um fast 4 Grad Celsius. Hitzeperioden nehmen zu, Kälteperioden dagegen ab oder bleiben ganz aus. Bei den Niederschlägen haben die Forscher große Unterschiede zwischen den Jahreszeiten errechnet: Im Winter nehmen sie zu. „Da es wärmer wird, werden im Winter die Hochdruckgebiete aus Sibirien zurückgedrängt. Stattdessen haben wir mehr atlantische Tiefdruckgebiete“, sagt Volker Wulfmeyer. Er lehrt an der Uni Hohenheim. Das Problem: Durch die höheren Temperaturen kommt der Niederschlag im Winter vermehrt als Regen statt als Schnee. Schnee dient aber als Speicher, der bei der Schmelze die Grundwasservorräte auffüllt, Regen dagegen wird rasch in die Meere abgeführt.

Mit kritischen Folgen: „Wir müssen uns auf mehr Hochwasser im Winter einstellen“, warnt die Hohenheimer Projektmitarbeiterin Viktoria Mohr, „und darauf, dass die Grundwasservorräte zurückgehen.“


red

 

 

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