Klimawandel leicht verständlich

Er ist allgegenwärtig und wir mittendrin: der Klimawandel. Um dieses komplexe Thema kindgerecht aufzubereiten, entwickelten das Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) und das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) ein neues Onlineportal zur Umweltbildung. Es unterstützt nun Lehrer dabei, die verschiedenen Vorgänge, Ursachen und Folgen des Klimawandels anschaulich aufzubereiten. Bereits jetzt können Schüler auf www.klimawandelonline.com mithilfe einer interaktiven Karte Temperaturen, Niederschläge und Ernteerträge der nächsten Jahrzehnte simulieren.

 

Mittlere Sommertemperaturen in Deutschland 2011-2020, Foto: Screenshot www.klimafolgenonline.com

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert den Aufbau der Seite und die Entwicklung von Lernmodulen mit 163.000 Euro. „Die geplanten Online-Lernmodule bieten eine gute Möglichkeit, das wissenschaftlich anspruchsvolle Thema Klimawandel fachgerecht in den Unterricht einzubinden“, bestätigt DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers.

 

Kompliziertes einfach darstellen

 

Projektleiter Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom PIK erklärt: „Wir wollen Lehrern und Schülern mit der interaktiven Web-Plattform die komplizierten Abläufe des Klimawandels modellhaft und allgemeinverständlich näherbringen.“ Spielerisch können sich die Schüler über die Klimaverhältnisse in Deutschland seit 1900 informieren und selber Simulationen für die nächsten neunzig Jahre erstellen. Zugrunde liegen hierfür die Klimadaten von 1901 bis 2010 u. a. zu Temperatur, Niederschlag, Sonnenstunden, Luftdruck und -feuchtigkeit.

 

„Dabei können aus den Daten natürlich keine hundertprozentigen Vorhersagen abgeleitet werden, sondern Szenarien und Tendenzen. Wie die Folgen des Klimawandels sich örtlich und zeitlich genau verteilen, kann die Wissenschaft nur näherungsweise sagen. Und die Menschen müssen lernen, mit solchen Unsicherheiten umzugehen“, erklärt der Wissenschaftler.

 

Lernmodule zur Nachwuchsgewinnung

 

Die Projektverantwortlichen hoffen, dass vor allem der regionale Bezug bzw. die hohe Auflösung der Karte das Interesse der Kinder steigere. Daneben sollen zehn Lernmodule den Schülern die wichtigsten ökologischen und wirtschaftlichen Effekte des Klimawandels aufzeigen und Fragen wie „Welche Folgen haben höhere Temperaturen für die Landwirtschaft?“ und „Wie hängen Dürren, Waldbrandgefahr und Höhe des Grundwasserspiegel zusammen?“ beantwortet werden.

 

DBU-Pressesprecher Elpers betont: „Neben dem Lerneffekt zum Klimawandel kann das Projekt auch dazu beitragen, die Jugend frühzeitig an Forschung und Wissenschaft heranzuführen und Interessen für eine spätere Berufswahl zu wecken.“


red

 

 

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