Klimawandel verkürzt Winterschlaf der Tiere

Foto: flickr/K. Hvalur

...und noch ein Beweis für den Klimawandel: Er hinterlässt Spuren im Alltag vieler Tiere. Einige Arten profitieren von den Veränderungen der Jahreszeiten, andere haben es schwerer. Beispiel: Bei den Zeiseln der Rocky Mountains etwa führten sekten die verschobenen Jahreszeiten die Überlebensrate seit 1990 um bis zu 20 Prozent, berichtet Jeff Lane von der University of Alberta im Fachblatt Nature.

„Die Erdhörnchen erwachen heute infolge der immer späteren Schneefälle im Frühling um zehn Tage später aus dem Winterschlaf“, zitiert ihn die Agentur Pressetext Sie könnten daher in der kurzen Pflanzenwachstums-Phase nicht mehr genug Vorräte für den nächsten Winter sammeln.

 

Klimawandel führt zu anderer Körpertemperatur

 

Auch Haselmäuse sind betroffen. Beim Hibernation-Symposium im österreichischen Semmering zeigten die Hamburger Wissenschaftlerinnen Iris Pretzlaffi und Kathrin H. Dausmann, dass sich die Körpertemperatur der Nagers an die Umgebungstemperatur anpasse. In besonders strengen Wintern maßen die Ökologinnen auf der Haut der Haselmäuse bis zu minus 2,9 Grad Celsius. „Bei milden Wintern ist auch die Haut wärmer und es gibt mehr zwischenzeitliche Wachphasen“, berichtet die Agentur über die Arbeit der Forscherinnen, „das kostet jedoch Energie und lässt die Fettreserven früher aufbrauchen.“

Die Göttinger Zoologen Alexander Rieki und Fritz Geiser untersuchten die in Südaustralien beheimatete dickschwänzige Schmalfußbeutelmaus. Sie zogen Vertreter dieser Art in den ersten 200 Lebenstagen teils bei 16, teils bei 22 Grad Umgebungstemperatur auf. Ergebnis: Wärmegewohnte Mäuse entwickelten ihren Kopf und Rumpf im Vergleich deutlich kleiner und schalteten später bei Kälte seltener auf den Erstarrungsmodus um, der den Tieren sonst ein Energiesparen ermöglicht.

 

Manche Arten profitieren auch vom neuen Klima

 

Es gibt aber auch „Klimagewinner“: Etwa die Gelbbauchmurmeltiere, die in den USA lebt. „Sie erwachen bis zu vier Wochen früher aus dem Winterschlaf, produzieren mehr Junge und erreichen ein höheres Körpergewicht, was die Population seit 1990 erhöht hat“, sagt Arnold, der an der Vetmeduni Wien. Er leitet das österreichische Forschunginstitut für Wildtierkunde und Ökologie.

Alpenmurmeltiere leiden hingegen unter den immer späteren Schneefällen. Denn die Schneedecke schützt normalerweise den Boden vor dem Auskühlen. „Ein späterer Winterschlaf geht nicht, da die Tageslänge den Beginn bestimmt“, erklärt der Spezialist die fatalen Folgen für die pelzigen Erdlochbewohner.

 

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