Klimawandel zertsört Korallen und Muscheln

Foto:ap/Joachim Kant

Zu viel CO2 in der Atmosphäre zerstört das Leben in den Meeren. Wissenschaftler unter Führung von Tobias Friedrich and Axel Timmermann vom International Pacific Research Center der University of Hawaii in Mānoa veröffentlichen in der Zeitschrift Nature Climate Change ihre Forschungs-Ergebnisse: In Zusammenarbeit von Artenschützer, Chemikern, Biologen und Ökologen beobachteten und berechneten sie, wie stark das Kohlendioxid aus der Luft im Wasser der Ozeane gebunden wird und was es dort bewirkt. Sie stellten fest: Das immer sauerer werdenden Meerwasser schränkt die Kalkbildung von Muscheln, Meeresschnecken und Korallen immer dramatischer ein – seit Beginn des Industriezeitalters sank sie um 15 Prozent. Bis Ende des 21. Jahrhunderts wird der Wert demnach um über 40 Prozent reduziert sein.

Wichtige marine Lebensräume, so die Forscher-Crew, sind damit gefährdet. Mit Computermodellen, die auf Messungen der Aragonit-Bildung als wesentlichem Maßstab für die Versauerung der Meere basiert, konnten sie die Entwicklung der vergangenen 17.000 Jahre seit Ende der letzen Eiszeit nachvollziehen – und für den Rest unseres Jahrhunderts vorausplanen. Sie stellten dabei fest: „Schwankungen im Säuregrad der Ozeane gab es immer.“ „Während die Evolution aber in der Vergangenheit 6.000 Jahre Zeit hatte, sich einen Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre und damit im Wasser einzustellen“, sagt Tobias Friedrich, „dauerte der Anstieg um denselben Wert jetzt nur 200 Jahre.“ Seit Mitte des 18. Jahrhunderts kletterte der Säuregrad der Ozeane um 30 Prozent – denn ungefähr ein Viertel des Kohlendioxids in der Atmosphäre landet am Ende im Meer.

 

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