Klimawandel zwingt US-Redwoods zum Umzug

Foto: ide/The Rdwoods League

Auch die Größen müssn weichen: Der Klimawandel zwingt die weltberühmten höchsten Mammutbäume der Erde zum Umzug. An der Küste Kaliforniens verschiebt er ihr Verbreitungsgebiet allmählich um 70 bis 200 Kilometer nach Norden.

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig werteten historische Klimadaten aus. Ihr Ergebnis beschreiben sie im Fachjournal Global Change Biology.

 

Klimawandel: Wohin wandern die Küsten-Mammutbäume?

 

„Globale Klimamodelle können die prognostizierten Veränderungen oft nur sehr grob zeigen und übersehen dabei häufig lokale Effekte. Diese haben jedoch eine große Bedeutung um vorherzusagen, wie einzelne Tier- oder Pflanzenarten mit dem Klimawandel zurechtkommen werden“, beschreiben die Forscher das Motiv ihrer Arbeit. Daher suchten nach einem alternativen Ansatz und nutzten dafür historische Klimadaten als Indikatoren für kurz- und mittelfristige Klimaveränderungen. Sie werteten die mittlere Jahrestemperatur und den Jahresniederschlag von 195 Stationen in Kalifornien zwischen 1895 und 2010 aus und verglichen die Szenarien mit den Projektionen der globalen Klimamodelle. Daraus berechneten sie ein Verbreitungsmodell für die bedrohten Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens ).

Ergebnis: Würde es in Kalifornien trockener und wärmer, dann könnten die Redwood-Wälder von jetzt rund 19.000 Quadratkilometern Fläche auf unter 5.000 schrumpfen. Würde es feuchter und kälter, dann könnten sich diese Wälder dagegen sogar auf fast 25.000 Quadratkilometern Fläche ausdehnen.

 

Umsiedlungsplan muss Platz für die vertriebenen Bäume schaffen

 

Foto: Wikimedia CC 3.0/Cromis

„Am wahrscheinlichsten ist jedoch 2025 ein Szenario, bei dem es in Kalifornien wärmer wird, die Niederschläge sich jedoch nicht dramatisch verändern werden. Dann wird sich das Verbreitungsgebiet der Küstenmammutbäume im Schnitt um etwa 70 Kilometer nach Norden verschieben“, erklärt Miguel Fernández vom iDiv.

Im Süden würde die Art so etwa 50 Prozent ihres Ausbreitungsgebietes verlieren und südlich der Bucht von San Francisco komplett verschwinden. Im Norden könnte sie dagegen etwa 34 Prozent an Fläche dazugewinnen, die von den Klimabedingungen her dann im Bundesstaat Oregon für die Art geeignet wäre.

Allerdings wäre dafür vermutlich, so die Wissenschaftler, „ein großes Umsiedlungsprogramm nötig, damit die Küstenmammutbäume die neuen Lebensräume im Norden der US-Westküste auch nutzen und dort größere Wälder bilden könnten“. Denn oft kann die natürliche Ausbreitung von Tier- oder Pflanzenarten nicht mit dem Tempo des Klimawandels mithalten.

 

Gute Nachricht: Refugium für Mammutbäume bleibt erhalten

 

Eine gute Nachricht gibt es trotz aller Unsicherheiten: Selbst bei den extremsten Klimaszenarien wird es in naher Zukunft ein stabiles Refugium geben – die Wälder des Redwood-Nationalparks bei Eureka. „Küstenmammutbäume haben über Jahrtausende den Klimaveränderungen getrotzt und dabei eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schwankungen des Wetters entwickelt“, blickt Miguel Fernández zurück. „Unsere Studie konnte zeigen, dass historische Klimaschwankungen eine bisher kaum genutzte Möglichkeit sind, robuste Klimaszenarios mit hoher Auflösung und dynamischer Ankopplung an den globalen Klimawandel zu entwickeln. Damit sind sie eine brauchbare Alternative zu den Projektionen der globalen Klimamodelle – besonders für Kurzfristvorhersagen.“


red

 

 

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