Kosten der Energiewende fairer aufteilen

LOgo: Die Grünen

Die faire Verteilung der Kosten für die Energiewende ist Ziel eines Antrags der Grünen im Deutschen Bundestag. Die Fraktion sieht die „Energiewende als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Es könne nicht angehen, dass große Unternehmen billigen Strom an der Energiebörse kaufen, die Energiekosten privater Verbraucher dagegen durch die EEG-Umlage einseitig die Investitionen der Energiewende bezahlten.

Die Neuausrichtung der Energieversorgung in Deutschland „hängt maßgeblich von einer fairen Verteilung der Lasten und des Nutzens auf Wirtschaft, Verbraucherinnen und Verbraucher ab“, betonen die Grünen in ihrem Antrag. Die erforderliche Akzeptanz sei jedoch gefährdet, wenn „der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien zu einer Senkung des Börsenstrompreises geführt habe, der vor allem für stromintensive Unternehmen die Basis für Strombeschaffungskosten bilde“ und auf der anderen Seite die Last der Finanzierung vorwiegend kleine Unternehmen und Verbraucher schultern müssten.

 

30 Prozent der Firmen zahlen nichts an der Energiewende

 

„Die von der Umlage nach dem EEG befreiten Unternehmen hätten dadurch ihre Energiekosten in diesem und im vergangenen Jahr um jeweils 600 Millionen Euro senken können“, zitiert der Pressedienst des Bundestags (hib) aus dem Antrag der Grünen. „Inzwischen sind durch Entlastungen für Unternehmen nach Angaben der Fraktion 30 Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs weitgehend oder ganz von der Finanzierung der erneuerbaren Energien ausgenommen.“

Insgesamt seien die Unternehmen durch die Maßnahmen der Koalition um sieben Milliarden Euro entlastet worden, was auf Kosten der Privathaushalte und des Mittelstandes gehe.

Daher fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die „Ausweitung der Befreiungen für stromintensive Unternehmen rückgängig zu machen“. Ihre Begründung: „Dieses Maßnahmenpaket dient dazu, Unternehmen fair an dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu beteiligen, ohne sie wirtschaftlich zu überfordern.“

 

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