Mehr Nachhaltigkeit mit echtem Ökostrom

Foto: pixabay CC/PublicDomain

Immer mehr deutsche Haushalte steigen von konventionellem Strom auf Ökostrom um. Doch nicht jeder Ökostrom ist auch nachhaltig.

 

Kurz bevor die Weltbevölkerung wie jedes Jahr unter lautem Jubel das Jahr 2016 einleitete, trafen sich in Paris (Frankreich) die Vertreter von 195 Ländern zur 21. UN-Klimakonferenz. Das große Ziel: in Anschluss an das Kyoto-Protokoll von 1997 eine neue Klimaschutz-Vereinbarung aufstellen und die globale Erderwärmung aufhalten. Am Ende konnte man sich auf eine 1,5-Grad-Grenze einigen und die Aussicht, bis 2060 die Treibhausgasemissionen deutlich zurückzufahren. Dabei soll vor allem die Umstellung auf erneuerbare Energien als umweltfreundliche Alternative zur fossilen Energiegewinnung vorangetrieben werden.

 

In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren einiges im Bewusstsein und im Lebensstil der Leute getan: Mann und Frau denken „grün“ und leben nachhaltig. Einen ordentlichen Anteil hat daran die privathäusliche Umstellung auf Ökostrom. Dies bestätigen auch Zahlen der AG Energiebilanzen, wonach im Jahr 2015 bereits 30 Prozent der Bruttostromerzeugung durch regenerative Quellen wie Wind-, Solar- und Hydroenergie, Geothermie sowie Bioenergie gestellt werden (Quelle: AG-Energiebilanzen, 18.03.2016).

 

Was viele Verbraucher jedoch nicht wissen: nicht jeder Ökostrom ist zu 100 Prozent nachhaltig. Viele Anbieter von Ökostrom pflegen Beziehungen zu großen Stromkonzernen, die weiterhin auf Kernkraft und fossile Energien wie Kohle, Erdöl oder Erdgas bauen. Letztlich mag so zwar ein Anteil des bezahlten Stroms regenerativ gewonnen werden, rein nachhaltig ist er jedoch nicht.

 

Was ist echter Ökostrom?

 

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Der Begriff Ökostrom zur Bezeichnung von Energie aus erneuerbaren Quellen ist in Deutschland ungeschützt und unterliegt keinem verbindlichen Auflagenkatalog. Solange der vom Kunden gewünschte Anteil Strom aus erneuerbaren Energien stammt, spielt es keine Rolle, ob der Anbieter weitere Kunden mit Strom aus anderen, nicht nachhaltigen Quellen versorgt. Aus dieser Problematik heraus entwickelten sich 1998 und 2000 insbesondere zwei Gütesiegel für echten Ökostrom: das ok-power-Siegel und das Grüner Strom Label. Beide entstammen gemeinnützigen Projekten und zeichnen ausschließlich rein nachhaltige elektrische Energie aus. Zu den gesetzten Auflagen gehören unter anderem die Unabhängigkeit der Anbieter von konventionellen Strombetreibern sowie die Förderung von Neuanlagen. So ist zum einen gewährleistet, dass der Rückgriff auf fossile Brennstoffe und Kernkraft nicht weiter unterstützt wird und zum anderen die Nutzung regenerativer Quellen vorangetrieben wird. Ferner fordern die Siegel eine vegane Stromerzeugung und verbieten den Einsatz von Gülle aus Massentierhaltung. Letztere gilt weitreichend als umweltschädlich und daher als nicht nachhaltig.

 

Der Endverbraucher kann bereits durch die Umstellung auf einfachen Ökostrom einen punktuellen Beitrag zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beitragen. Wer allerdings einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung regenerativer Stromerzeugung leisten möchte, sollte echten Ökostrom beziehen.

 

Ruth Geiger

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