Mobilität der Zukunft

Foto: wikimedia commons

Mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zu Fuß zum Einkaufen? Was zu einem ordentlichen Studentenleben dazugehört, könnte sich schon bald als gesellschaftsfähig erweisen. Denn jeder einzelne von uns - und auch die deutsche Volkswirtschaft - profitiert von einem ökologischen Umbau der Mobilitäts- und Verkehrssysteme.

 

Gerade erst veröffentlichte das Umweltbundesamt (UBA) zwei Studien zur neuen Mobilität in Deutschland, in denen es sich für eine Kombination emissionsarmer Verkehrsmittel ausspricht. Geschickt verknüpfte Auto-, Bus-, Bahn-, und Radangebote sowie gezielte Verkehrssteuerung und der Ausbau des Radwegenetzes können die Schadstoffbelastung erheblich senken und Bürger, Krankenkassen und öffentliche Kassen finanziell entlasten.

 

Das Problem mit CO2, Feinstaub & Co.

 

Zwar sind die Emissionen von Treibhausgasen und Feinstaub in den letzten zwei Jahrzehnten etwas gesunken, doch führen Abgase noch immer zu Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen beim Menschen. Außerdem verringern die freigesetzten Gase die Qualität von Ernten und die Artenvielfalt von Pflanzen und tragen zur globalen Erderwärmung. Problematisch sind vor allem die erhöhten Konzentrationen in den Siedlungsgebieten und - nicht zu vergessen – die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr.

 

In diesem Zusammenhang erläutert Uwe Brendle, Leiter der Verkehrsabteilung des Umweltbundesamtes: „Für die Senkung von Treibhausgas- und Schadstoffemissionen reicht es nicht, Autos technisch effizienter zu machen. Mindestens genauso wichtig ist der Ausbau des Rad-und Fußverkehrs sowie ein leistungsfähiges Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln.“

 

Ab aufs Rad!

 

Das Umweltbundesamt fordert aus diesem Grund ein neues Mobilitätskonzept, das vor allem den Ausbau des Radverkehrs fokussiert. Daneben muss Möglichkeit geschaffen werden, Fahrten im öffentlichen Personennahverkehrs, Carsharing und Fahrradbenutzung besser zu kombinieren. Dies mindert nicht nur den Ausstoß von Treibhausgasen, sondern vergrößert auch den wirtschaftlichen Nutzen nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Belege liefern die beiden neuen UBA-Studien „Potentiale des Radverkehrs für den Klimaschutz“ und „Wirtschaftliche Aspekte nichttechnischer Maßnahmen zur Emissionsminderung im Verkehr“.

 

Um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu beschränken, müssen in der EU die Treibhausgasemissionen bis 2030 auf 20 % und bis 2050 sogar um 70 % verringert werden. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 den Schadstoffausstoß um 40 % im Vergleich zu 1990 zu senken. Einen Teil könnten die Bürger dazu beitragen in dem sie umdenken und kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen. Lange Wege können dahingehend umweltfreundlich zurückgelegt werden, in dem zunächst die Notwendigkeit der Fahrt überprüft wird und die Strecke dann beispielsweise mit der Bahn oder in einer Mitfahrgemeinschaft zurückgelegt wird.

 

Kosten und Nutzen

 

Egal, ob zu Fuß oder mit dem Rad, der positiver Nebeneffekt der Bewegung an frischer Luft ist gesteigerte Fitness und körperliches Wohlbefinden. Laut UBA beträgt der Gesundheitsnutzen durch Rad- und Fußverkehr bis zu 2.000 Euro pro Jahr und Person. Wenn die öffentlichen Mobilitätsangebote so gut sind, dass der eigene Pkw unnötig wird, lassen sich nochmal mehrere Tausend Euro pro Jahr sparen. Durch die Förderung des Radverkehrs ließen sich große Mengen an CO2 einsparen, so dass unter bestimmten Annahmen in Deutschland zwischen 4 und 13,5 Millionen Tonnen pro Jahr weniger emittiert würden, so das UBA.

 

Und wen die bereits aufgeführten Argument noch nicht überzeugen, dem sei gesagt, dass sich die ökologischen Um- und Ausbaumaßnahmen sogar positiv auf die Volkswirtschaft auswirken. Durch die Erweiterung des ÖPNV wird nicht nur dessen Verkehrsanteil gesteigert, sondern auch der des Rad- und Fußverkehrs. Knackpunkt einer nachhaltigen Verkehrspolitik sind umweltorientierte Preise und Gebühren für Auto, Bus und Bahn. Gewinne, wie Parkplatzgebühren, müssen direkt wieder im Mobilitätssektor verwendet werden, zum Beispiel zur Vergünstigung öffentlicher Verkehrsangebot, so dass Investitionen im Idealfall direkt mit den Einnahmen aus dem Verkehrsbereichs finanziert werden. In den vom UBA berechneten Modellszenarien entwickelten sich das Bruttoinlandsprodukt und die Beschäftigung bei so gut wie allen untersuchten Maßnahmen positiver als im Referenzfall. JET

 

 

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