28.12.2018

NABU kürt RWE-Chef zum "Dinosaurier des Jahres 2018"

Foto: NABU/Nicole Flöper

Der Vorstandsvorsitzenden der RWE AG, Rolf Martin Schmitz, wurde vom NABU mit dem Negativ-Preis "Dinosaurier des Jahres 2018" ausgezeichnet. Der RWE-Boss wollte mit der Rodung des Waldes Tatsachen schaffen - ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche Stimmungslage, die laufenden Verhandlungen in der Kohlekommission über einen geregelten Kohle-Ausstieg und die Folgen für Natur und Umwelt, so der NABU.

 

"Während international auf Klimakonferenzen und national in der Kohlekommission um konkreten Klimaschutz gerungen wird, hat sich Herr Schmitz diesen Herbst mit seiner unzeitgemäßen Machtdemonstration im Streit um die Rodung des Hambacher Waldes selbst ins Abseits gestellt", sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Während andere große Konzerne erkannt haben, dass Nachhaltigkeit ein Schlüssel zum Erfolg und für breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit ist, handelt die RWE-Spitze immer noch wie von vorgestern und wenig weitsichtig. Denn auch RWE weiß: Am Kohleausstieg führt kein Weg vorbei, wenn Deutschland die Klimaziele aus dem Pariser Abkommen erfüllen will."

In der Begründung heißt es weiter, Schmitz habe mit seinem Beharren auf die Rodung des Hambacher Waldes die zunehmend aufgeheizten Debatten um den in Deutschland nicht vorankommenden Klimaschutz zusätzlich polarisiert. Mit der öffentlichen Stimmungsmache gegen Kohlekommission und Umweltschützer habe der RWE-Chef den Verhandlungen über einen Kohleausstieg geschadet. Hinzu komme eine Geringschätzung der Natur, in diesem Fall von besonders wertvollen und alten Wäldern.

 

Den "Dinosaurier des Jahres", eine 2,6 Kilogramm schwere Nachbildung einer Riesenechse, vergibt der NABU seit 1993 an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich durch besonders rückschrittliches öffentliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben.


red

 

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