Neuer Kraftstoff: Gülle als Diesel-Ersatz

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Pack' die Güllle in den Tank: Stinkt vielleicht, aber das tut auch Diesel - feuchte Bioabfälle wie Schweinegülle und Speisereste sollen künftig Fahrzeuge antreiben.

Forscher der University of Illinois entwicklten ein Verfahren, mit dem sich derartige Abfälle, die bisher allenfalls in Biogasanlagen genutzt werden können, in hochwertigen Diesel-Treibstoff umwandeln lassen. „Es lässt sich mit mineralischem Diesel verschneiden oder auch pur nutzen“, schreibt jetzt die Agentur Pressetext über den neuartigen Kraftstoff.

 

Treibstoff aus erneuerbaren Quellen

 

"Damit haben wir einen großen Schritt hin zu Treibstoffen aus erneuerbaren Quellen gemacht", sagt Brajendra K. Sharma vom Entwickler-Team. Dessen Leiter ist Yuanhui Zhang. Allein in den USA falle, schreibt die Agentur, jährlich feuchter Biomüll mit einem Trockengewicht von 79 Millionen Tonnen an. Dieser lasse sich aufgrund seines hohen Wassergehalts nicht so leicht in Wertstoffe umwandeln. Ihn vorher zu trocknen benötige so viel Energie, dass es unwirtschaftlich und umweltschädlich wäre.

Zhang nutzt daher nun die hydrothermale Verflüssigung, an der auch Forscher aus anderen Ländern arbeiten. Das Verfahren nutze Wasser als Reaktionsmedium, erklärt die Agentur. Der Abfall unter Luftabschluss erhitzt. Bei diesem Prozess verwandelten selbst fettfreie Bestandteile des Abfalls in eine Art Rohöl, zitiert sie die Wissenschaftler: „Dieses Rohöl lässt sich wie Erdöl in Treibstoffe umwandeln.“

Das geschehe normalerweise durch Destillation. Der dabei gewonnene Sprit sei allerdings nicht stabil.

 

 

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Die US-Forscher hätten daher nun die Destillation mit einer Veresterung kombiniert, also dem Zufügen von Alkohol, der ebenfalls aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werde. Der so entstehende Diesel-Treibstoff erfülle „alle Anforderungen an diese Spritsorte, kann also bedenkenlos verwendet werden“.

Der Schadstoffausstoß der Fahrzeuge ändere sich nicht. Schweine-Diesel helfe auch nicht gegen Stickoxide. Trotzdem könne sich die Umwelt freuen: „Es gelangt kein zusätzliches Kohlendioxid in die Luft“, kommentiert Pressetwext.

Jetzt bauten die Wissenschaftler eine Pilotanlage, die auf einem Fahrzeug montiert werde und auf diese Weise beispielsweise zu Schweinemästern fahren könne. „Sie wird täglich eine Tonne Bioabfälle in 114 Liter Bio-Rohöl umwandeln“, planen die Wissenschaftler. Damit wollen die Forscher Erfahrungen für den Bau einer großen kommerziellen Anlage sammeln.


red

 

 

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