19.05.2019

Neustart einer europäischen Solarindustrie

Debatte auf der Intersolar 2019 Foto: Intersolar

Neustart einer europäischen Photovoltaik-Produktion: Unter dem Titel „Ist eine PV-Fabrik in Deutschland oder Europa realistisch?“, diskutierten auf der Intersolar Europe in München Experten aus Industrie, Forschung und Verbänden über die Chancen und Möglichkeiten, in Deutschland und Europa wieder eine Photovoltaik-Produktion anzusiedeln.

Die Podiumsdiskussion baute auf den Ergebnissen einer Studie des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im Auftrag des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf.

 

Solarstrom ist günstigste Form der Energieerzeugung

 

Die Ausgangslage: Die Preise für Solarmodule sei, so schreibt das ISE in einer Pressemeldung, in den letzten drei Jahren auf die Hälfte gefallen, Solarstrom sei heute international eine der günstigsten Formen der Energiebereitstellung- auch in Europa. Jedoch finde die Produktion von Solarzellen und –modulen überwiegend in Asien statt.

Auf der Branchenleitmesse Intersolar Europe stellte das Fraunhofer ISE erste Ergebnisse seiner Studie vor, die der Frage nachgeht, ob und unter welchen Voraussetzungen Massenproduktion in Deutschland oder Europa realistisch ist. Sie betrachtet die derzeit relevante Technologie basierend auf oberflächenpassivierten mono-kristallinen Siliciumsolarzellen (mono-PERC) entlang der Wertschöpfungskette vom Wafer bis zum Modul und vergleicht die Kostenverhältnisse bei einer Produktion in Deutschland/Europa mit einer Produktion in China.

„Für die weitere Entwicklung des deutschen Maschinenbaus in der Branche ist die Produktion von PV-Materialien und Bauelementen, wie Siliciumscheiben, Solarzellen und PV-Modulen in Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung“, so Jutta Trube, Division Manager Photovoltaic Equipment beim VDMA. „Vor diesem Hintergrund erstellt derzeit das Fraunhofer ISE in unserem Auftrag eine Studie, die die Möglichkeiten und Voraussetzungen analysiert.“

 

 

China setzt massiv auf erneuerbare Energien

In China ist alles größer. In China geht alles rascher: Eindrucksvoll belegt diese These der weltweit größte Solarpark.

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„Unsere ersten Ergebnisse zeigen, dass der Aufbau einer vertikal über alle Wertschöpfungsstufen (Ingot, Wafer, Zelle, Modul) integrierten PV-Fabrik in Europa trotz des Imports wichtiger Verbrauchsmaterialien wettbewerbsfähig gegenüber einer chinesischen PV-Fabrik sein kann“, macht Andreas Bett als Institutsleiter Fraunhofer ISE den Herstellern Mut zum Neustart. „Entscheidend ist bei dieser Betrachtung, dass zum einen bei den Herstellungskosten auch die notwendigen Transportkosten von Modulen aus China für den europäischen Markt berücksichtigt werden und zum anderen auch Nachhaltigkeitskriterien bei der Produktion in den Fokus genommen werden.“

Vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Marktperspektive in Europa und dem Aufbau von Multi-Gigawatt (GW)-Fabriken in Europa sollten zudem auch die für die PV-Modulherstellung wichtigen Zuliefererbetriebe wieder für eine lokale Herstellung besonders kostenintensiver Verbrauchsmaterialien wie Glas und Aluminium-Rahmen gewonnen werden können. Damit könnte eine nochmalige Absenkung der Herstellungskosten in Europa und damit auch ein Kostenvorteil gegenüber den in China gefertigten und importierten Modulen erreicht werden.


red

 

 

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