Noch mehr Probleme durch den Klimawandel

Lago Maggiore Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Klimawandel schafft noch mehr Probleme: Das wärmer Wetter treibt in Seen die Eutrophierung voran und entzieht dem Wasser damit Sauerstoff - dann sterben Lebewesen ab.

Mitarbeiter des Istituto per lo Studio degli Ecosistemi und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR Italiens gehörenden Istituto per la Ricerca sulle Acque berichten in einer Meldung der Presseagentur Pressetext, wie sich während der Sommerzeit an der Oberfläche von Seen eine Schicht mit Warmwasser bilde, während das kältere Wasser in Seegrundnähe bleibe. "Während eines normal kalten und windigen Februars vermischen sich diese Wasserschichten. Wegen der Klimaerwärmung ist dies jedoch immer weniger der Fall", beschreibt die agentur das Problem.

 

Lebewesen in Seen geht der Sauerstoff aus

 

"Im Extremfall führt dies dazu, dass die am Grund lebenden Bakterien den Sauerstoff vollständig verbrauchen und die Fische sterben", zitiert Pressetext Projektleiter Aldo Marchetto.

Damit nicht genug: Der in den Sedimenten abgelagerte Phosphor werde freigesetzt und steigere das Nährstoffüberangebot bis zum völligen Umkippen des Sees. "Unsere Seen heizen sich infolge der immer häufiger milden Winter deutlich stärker auf als die Atmosphäre und die Weltmeere", konstatiere Marchetto laut der Agentur. Beim Lago Maggiore beispielsweise liege die in zehn Jahren gemessene Erwärmung bei durchschnittlich 0,3 Grad Celsius. Das treffe, so die Wissenschaftler, in etwa auch für die anderen europäischen Seen zu.

 

 

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Zu den Folgen der Eutrophierung gehören Algenblüten und Farbveränderungen des Wassers.

"Werden einem bereits von der Trockenheit gestressten See größere Mengen an Trinkwasser entzogen, stirbt das wegen seiner Filter- und Reinigungsfunktion wichtige Ökosystem in Ufernähe", erklärt Forscher Vito Uricchio. Dies sei in diesem Sommer beim Lago di Bracciano (Latium) der Fall gewesen.

Invasive Fisch- und Muschelarten, so die Forscher, verschärften die Situation. Sie verdrängen einheimische Arten.

Als bekanntestes Beispiel führen die italienischen Wiossenschaftler eine aus China stammende Muschel an, die sich wie ein Teppich auf dem Seegrund ausbreite und anderen Muscheln die Nahrungsgrundlage entziehe. Im Ortasee (Piemont) werde seit Kurzem deshalb mit einer Muschelkultur experimentiert, die sowohl in den Sedimenten enthaltenen Metalle als auch die Larven der chinesischen Muschel absorbiere.


red

 

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