Olympia-Fußballer wohnen 2020 neben Fukushima

Einfahrt ins J-Village Foto: Teichert/DTRG e. V.

Olympia in Fukushima? Für die Spiele von Tokyo 2020 müssen die Arbeiter, die heute das Unglücks-AKW von Fukushima aufräumen, ihr Quartier im so genannten „J-Village“ räumen. In der ehemals größten Sportstätte Japans sollen laut Speadnews.de während der Olympiade die Fußballmannschaften wohnen – nur 20 Kilometer vom explodierten Reaktor entfernt.

Die Fußballplätze sind Teil einer 1997 erbauten großen Sportanlage. Sie liegt in den Gemeinden Hirono und Futaba. Beide Städtchen liegen in der Sperrzone, die nach dem Tsunami und der Atomkraftwerks-Havarie vom März 2011 aus Furcht vor der hohen Atomstrahlung verlassen wurde.

Auch die Arbeiter, die heute das Kraftwerksgelände dekontaminieren sollen, müssen zu ihrem „J-Village“ stets durch strenge Sicherheitskontrollen und Absperrungen fahren.

 

Japans Sportfunktionäre: Fußball-Nationalmannschaften nach Fukushima

 

SpreadNews berichtet jetzt, dass die Arbeiter 2018 ausziehen müssen. Dann sollen „die Sportanlagen, die zum großen Teil von TEPCO finanziert wurden“, wieder reaktiviert und für die Olympischen Spiele genutzt werden.

„Neben einem Fußballstadion und zwölf weiteren Fußballplätzen finden sich dort sowohl Einrichtungen für weitere Ballsportarten wie Basketball, Volleyball und Tennis, als auch ein beheiztes Schwimmbad und ein Hotel“ zitiert das Webportal die japanischen Agenturen Kyodo und jiji als Quellen: „Diese Einrichtungen sollen nach Willen der Präfekturverwaltung, des japanischen Fußballbunds und des Kraftwerksbetreibers pünktlich zu den Olympischen Spielen in Tokyo als Unterkunft für Fußball-Nationalmannschaften dienen.“

Die Olympioniken könnten nach einer Dekontamination die Anlage wie geplant nutzen, schreibt SpreadNews weiter. Wo dann allerdings die Arbeiter wohnen sollen, die in Fukushima die gefährliche Arbeit im Kraftwerk erledigen, sei bislang völlig offen. Das Portal spekuliert, die nahe der atomaren Sperrzone geplante Unterbringung der Olympioniken könne Teil einer Public Relation-Aktion des Kraftwerksbetreibers und der Regierung sein.


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

80.000 Krebskranke nach Atomunglück in Fukushima

Fukushima: Katastrophe kommt noch

BUND-Studie: Nächstes Fukushima in Deutschland

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: