Parfüm und Reiniger verpesten Luft wie Verkehr

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Dicke Luft: Ursachen sind (auch) Parfüm, Haushaltsreiniger oder Farben! Nicht nur die Abgase unserer Autos verpesten die Luft. Wissenschaftler der University of Colorado in Boulder zeigen jetzt, dass flüchtige organische Kohlenwasserstoffe aus Haushalten ebenfalls eine gefährliche Ursache für jene Substanzen sind, die uns Menschen nach dem Einatmen an Herz und Lungen erkranken lassen.

Joost de Gouw von der University of Colorado veröffentlichte seine Studien in der Wissenschaftszeitschrift Science. Er betont, dass inzwischen gut die Hälfte der Luftschadstoffe in den untersuchten 33 Städten in Industrieländern nicht mehr aus dem Verkehr, sondern aus Reinigern, Kosmetika, Farben, Textilien oder Möbeln stammt.

 

Dicke Luft aus Chemikalien in Flachen und Tuben in Haushalten

 

Der britische Guardian nennt diese Substanzen, nach der Einfuhr von Abgaskontrollen für Automobile "eine inzwischen wesentliche Quelle der innerstädtischen Luftverschmutzung". Die Chemikalien nämlich verbinden sich mit anderen Partikeln in der Luft und bilden so Moleküle, die ähnlich gefährlich sein können wie der viel gescholtene Feinstaub. Sie dringen über die Lungen in den Blutkreislauf ein, lösen dort Atemwegs- oder Herzerkrankungen aus.

Joost de Gouw macht das Arsenal von Flaschen, Tuben oder Spraydosen in unseren Küchen und Badezimmern dafür verantwortlich: "Vergleichen Sie nur, wie viele dieser Mittelchen Sie täglich nutzen - und wie selten Sie dagegen ihr Auto auftanken." Von jedem Kilogramm Kraftstoff, den ein Wagen im Motor verbrennt, rechnet der Wissenschaftler vor, gelange gerade einmal ein Gramm in die Luft. Einige der Produkte, die wir zuhause nutzen, blasen wir dagegen vollständig in die Atmosphäre.

 

Luftverpestung aus Haushaltsmitteln bislang unterschätzt

 

Die Wissenschaftler räumen ein, dass die weltweit größte Quelle flüchtiger organischer Substanzen noch immer natürlich seien: Sie stammen aus Pflanzen. Aber ein Viertel bis ein Drittel aller solcher Chemikalien in unserer Atemluft stamme inzwischen aus künstlichen Quellen, sagt etwa Alastair Lewis. Er leht an der britischen University of York Atmosphärenchemie.

Joost de Gouw schätzt, dass inzwischen zwei- bis dreimal so viele flüchtige Kohlenwasserstoffe unserer Luft verschmutzen, wie dies in der wissenschaftlichen US-Literatur bisher angenommen wird. Er findet dies ungewöhnlich, da nur 5 Prozent des Rohöls zur Herstellung solcher Produkte gebraucht wird, aber 95 Prozent als Kraftstoff enden.

Auch David Green com Londoner King’s College ist sich, laut Guarian sicher, dass wir der Verpestung der Luft durch weitere Quellen - außer dem Verkehr auf den Straßen der Städte - künftig noch mehr Bedeutung zukommen lassen sollten.


pit

 

 

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