Pariser Eiffelturm verschwindet im Dunst

Dicke Luft über Paris Foto Flickr cc/Roberto Lazo

Die Feinstaubbelastung in Frankreichs Hauptstadt ist in den vergangenen Tagen brisant angestiegen. Auch in deutschen Ballungsräumen nimmt die Belastung durch Feinstaub zu.

Seit Tagen sieht sich Paris im wahrsten Sinne des Wortes mit einer Dunstglocke über der Stadt konfrontiert. In den vergangen Tagen wurde eine besorgniserregend hohe Luftverschmutzung festgestellt. Aufgrund der erheblichen Gesundheitsrisiken durch die Feinstaubbelastung hat die Stadt Paris zu ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen. Bus und Bahn fahren sowie die Benutzung von Mietfahrrädern und Elektromobilen sind für die Bewohner und Touristen dieser Tage kostenlos. Gebührenfreies Parken, Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie das ab heute in Kraft tretende Fahrverbot für Fahrzeuge mit geraden Zahlen auf dem Nummernschild (am nächsten Tag mit ungeraden Zahlen) sollen dem Dunst Einhalt gebieten. Menschen mit vorbelasteten Atemwegen sowie Älteren und Kleinkinder raten die Behörden, sich so wenig wie möglich draußen aufzuhalten. Laut der TAZ werden derzeit bis zu den Bergtälern Savoyens (südöstliches Frankreich) und der Küste des Atlantiks gesundheitsgefährdende Feinstaubwerte in Städten und Gemeinden gemessen.

Als Grund für die momentan sehr hohen Feinstaubkonzentrationen gilt die stabile Hochdruckzone über Frankreich. Diese Wetterlage sorgt - mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht - für einen verminderten Austausch der Luftschichten. Normalerweise sorgt dieser für eine Verteilung der Schadstoffe.

 

Die Wetterlage verstärkt lediglich die Luftverschmutzung

 

Das grundlegende Problem der Luftverschmutzung ist jedoch ein anderes. Neben Heizung und Industrie sind Dieselfahrzeuge, die vor allem Franzosen gerne fahren, für den Ausstoß großer Mengen an Feinpartikeln verantwortlich. Aus diesem Grund wollen sich die Umweltorganisationen nicht mit den kurzfristigen Lösungen der Stadt Paris zufrieden geben. Mit einer Klage streben sie dauerhafte Änderungen wie zum Beispiel Gebühren für die Nutzung der Straßen im Stadtzentrum oder gleich eine autofreie Innenstadt an. Anscheinend muss auch die Bundesregierung das Thema Luftverschmutzung und Feinstaubbelastung neu angehen. Laut der Europäischen Umweltagentur lagen in zahlreichen Regionen im Südwesten Deutschlands die Werte am Wochenende über dem Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten seit dem 01.01.2005 europaweit einheitliche Grenzwerte für Feinstaub (PM10). Der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden.

 

In Deutschland: Kaum Entlastung, keine Entwarnung für die Gesundheit

 

Laut einer aktuellen, ersten Bewertung der Luftbelastungssitutaion des Jahres 2013 - vorgelegt vom Umweltbundesamt (UBA) - wurden an ca. 3 Prozent aller Messstationen in Deutschland (insgesamt 450) Überschreitungen des gesetzlichen Grenzwertes an mehr als 35 Tagen festgestellt. Das Problem der Nichteinhaltung des Tagesgrenzwertes betrifft dabei fast ausschließlich verkehrsnahe Messstationen. Die Messstation Stuttgart Am Neckartor wies die höchste Zahl an Überschreitungstagen auf. Abgesehen stetig wechselnder Witterungsbedingungen muss die Feinstaubbelastung in Deutschlands Städten neu thematisiert werden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es immer mehr Deutsche in die Städte zieht. Einer aktuellen Mitteilung des UBA zufolge ist zu erwarten, dass die Staubkonzentrationen in der Luft zukünftig nur noch langsam abnehmen werden.AVA

 

 

Aktuelle Daten bezüglich der Luftbelastung in Deutschland finden Sie hier:

 

Aktuelle Luftdaten in Deutschland

Luftmessnetze der einzelnen Bundesländer

Karte der aktuellen Umweltzonen

 

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