16.12.2018

Pinguin-Kot als Gradmesser des Klimawandels

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Den Klimawandel anhand von Pinguin-Kot bestimmen: Forscher der New Yorker Stony Brook University sowie der NASA untersuchten mit zahllosen Satelliten-Fotos aus dem All die Fressgewohnheiten der Adelie-Pinguine in der Antarktis. Deren Kothäufchen lässt exakte Rückschlüsse auf veränderte Ernährungsgewohnheiten – und damit die Auswirkungen des Klimawandels erkennen.

In einer von der Agentur Pressetext verbreiteten Nachricht über die Forschungen der Wissenschaftler, heißt es, die Experten hätten dafür „Unmengen von Satellitenbildern ausgewertet“.

 

Vogelkot als Gradmesser fürden Klimawandel

 

So erhielkten sie einen guten Einblick in die Entwicklung der weltweiten Population von Adeliepinguinen und auch deren Essgewohnheiten. „Die Aufnahmen aus dem Weltall zeigen nicht die Tiere selbst, aber ihre Exkremente, die aufgrund ihrer Einfärbung Rückschlüsse auf die Ernährung erlauben“, schreibt die Agentur über die Forschungen.

„Satellitenaufnahmen haben sich als sehr hilfreich erwiesen, wenn es darum geht, Veränderungen in den Ernährungsgewohnheiten von Adeliepinguinen in der Antarktis zu beobachten“, zitiert demnach auch das chinesische Nachrichtenportal Xinhua Heather Lynch. Sie ist Associate Professor am Department of Ecology & Evolution der Stony Brook University.

Diese Veränderungen, zitiert nun PressetextHeather Lynch, seien ein guter Gradmesser, um die Folgen des Klimawandels auf den gesamten Lebensbereich der Antarktis zu untersuchen. „Auch wenn ihre Population global gesehen leicht zugenommen hat, sind die Bestände in einigen Regionen bereits signifikant zurückgegangen", stelle die Forscherin klar.

 

 

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Die Aufnahmen, die Lynch und ihr Team von der NASA erhielten, seien allerdings nicht dazu geeignet, individuelle Tiere aufzuspüren. Dafür jedoch deren Überbleibsel ihres Stoffwechselprozesses - Kot, der als „Guano“ bekannt ist. „Männliche und weibliche Pinguine wechseln sich beim Brüten ab. Das Guano, das sie zurücklassen, bleibt überall dort liegen, wo sie ihre Nester haben“, erklärt dazu Heather Lynch. Wer die Exkremente finde und zähle, könne daher auch die Zahl der in einer Kolonie lebenden Tiere sehr gut abschätzen. „Wir kommen auf 3,8 Millionen Brutpaare“, sagt die Spezialistin laut Pressetext.

 

Heather Lynch Foto: Stony Brook University

An der Farbe des Kots erkennen die wissenschaftler nun aber auch die Zusammensetzung des Speiseplans der Adeliepinguine. Da der Kot auch auf den Satellitenbildern zu erkennen ist, liefern die Bilder aus dem All so wichtige Hinweise auf den Klimawandel: „Die Farbe von Pinguin-Guano reicht von weiß über rosa bis dunkelrot. Weißes Guano entsteht durch den Verzehr von Fisch, rosa und rotes dagegen kommt meist von Krill“, erläutert Lynch.

Akribische Auswertungen der Aufnahmen zeigten nun, dass die untersuchte Pinguingattung ihre Essensvorlieben anscheinend immer wieder ändert. „Das war für uns eine große Überraschung. Wissenschaftler hatten eigentlich angenommen, dass ihre Nahrung im Laufe der vergangenen 40 Jahre eher gleich geblieben ist. Doch durch die gravierenden Veränderungen in ihrem physischen Lebensraum und die zunehmende Krillfischerei gehen wir davon aus, dass sich das in Zukunft dramatisch verändern wird", erklärt Lynchs Kollegin Casey Youngflesh.

 

 

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