Schwebende Pflanzen reinigen Luft über der City

Begrünter Viktualienmarkt Foto: GKR

Not macht erfinderisch: Um die mit Autoabgasen geschwängerte Luft in München zu säubern, plant der Pflanzenhändler Wolfgang Plattner mitten in der guten Stube der bayerischen Metropole, den Viktualienmarkt zu begrünen - dort sollen Blumenkübel "schweben". Denn Blumen, Büsche und Bäume filtern Schadpartikel aus der Luft. Außerdem ist zusätzliches Grün in der Stadt auch neuer Lebensraum für Tiere wie Vögel oder Insekten.

 

Gut 800 Quadratmeter Grünflächen könnte München allein mit Plattners Idee am Viktualienmarkt gewinnen. Schon im November 2017 stellte der Unternehmer das von ihm selbst gut 10 Jahre lang erprobte und inzwischen patentierte Pflanzsystem im Münchner Rathaus dem Stadtparlament vor: In speziellen Kübeln wachsen allerlei Gewächse der Region. Die Pflanz-"Tröge" könnten, so Plattner in der Lokalpresse auf zwei bis drei Meter hohen Gestellen lagern und im Sommer zugleich als Schattenspender dienen.

 

Pflanzkübel kommen ohne Wartung aus

 

Der Clou an Plattners Idee: Die Pflanzen wachsen gänzlich ohne menschliches Zutun - die Luftfilter arbeiten quasi wartungsfrei. Pflanzentöpfe mit extra Luftlöchern schweben in einer Halterung über dem in den Stahlbecken lagernden Wasser. Sie "stehen nicht darin, sodass die Wurzeln nicht verfaulen können", beschreibt die Münchner Abendzeitung das Patent von Plattners Firma GKR.

 

Deshalb entwickeln die Pflanzen keine massiven Trieb- und Haltwurzeln. Mit diesen suchen sie normalerweise Feuchtigkeit. In Plattners Töpfen bilden die Pflanzen nur feine Nährstoffwurzeln. Das spart Platz, und weil die Becken mit einem Deckel geschlossen sind, der das Verdampfen des Wassers verhindert und an dem sich lediglich das verdunstete Wasser von innen niederschlägt und zu den Wurzeln zurücktropft, braucht Plattner auch Monate oder Jahre lang nicht zu gießen. Der Nährstoff Wasser bleibt in Plattners GKR-System in einem geschlossenen Kreislauf.

 

Noch überlegen die Münchner Stadträte, ob sie das Experiment wagen. Frühestens im Herbst soll es losgehen. Dem Unternehmer dauert der Prozess fast zu lange. "Ich möchte schon gern, dass München die Pavillons als Weltpremiere aufstellt", zitiert ihn die AZ: Wenn sich die bayerische Landeshauptstadt ziere, interessierten sich mit Stuttgart, Hamburg oder Berlin auch genaug andere Städte für diese charmante Art der Luftreinigung.


pit

 

 

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