Solidarität der Generationen im Klimaschutz

Foto: Wikimedia/W.J. Pilsak

Generationen-Solidarität: Ältere Menschen investieren in den Klimaschutz. Das zeigt ein Forschungsprojekt an der Universität Heidelberg. Psychologen, Umwelt- und Verhaltensökonomen sowie Gerontopsychologen ging der Frage nach, wie sich die Überalterung der Gesellschaft auf die Steuerung der Klimapolitik auswirken.

 

ClimAge wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. „Im Mittelpunkt unserer Forschungen standen der individuelle, alternde Entscheidungsträger und dessen Bereitschaft, ausreichende materielle Beiträge zur Vermeidung des Klimawandels zu leisten“, sagt Timo Goeschl vom Alfred-Weber-Institut für Wirtschaftswissenschaften (AWI).

 

„Da der Nutzen der hohen Investitionen erst in 50 bis 100 Jahren spürbar sein wird, stellt sich beispielsweise die Frage, ob Senioren nach der klassischen Annahme der Eigennutzmaximierung eine Verwendung von Steuermitteln vorziehen, von der sie selbst noch profitieren. Andererseits handeln Menschen auch nach dem Gebot der Fairness – hier war aber unklar, ob solche Präferenzen nur innerhalb einer Generation oder auch zwischen den Generationen bestehen“, so Goeschl.

 

Aufgabe für die Umweltpolitik: bessere Information über Klimaschutz

 

Bisher, das fanden die Wissenschaftler jetzt heraus, waren alle Antworten auf solche Fragen von eher pessimistischer Annahme. Sie glaubten nicht an den Altruismus zwischen den Generationen. „Wir stellten fest“, sagt jetzt AWI-Forscherin Christiane Schwieren, „dass es bei Studienteilnehmern, die zwischen eigenen finanziellen Interessen und einem Beitrag zu langfristigen Klimamaßnahmen abwägen sollten, keinen negativen Zusammenhang zwischen Lebensalter und der Entscheidung für den Klimaschutz gab.“ Vielmehr seien ältere Teilnehmer sogar bereit, mehr zu den Klimaschutzmaßnahmen beizutragen.

 

Die Heidelberger Wissenschaftler erkannten zudem, dass Information über Klimaschutz und Maßnahmen gegen die Erderwärmung oft falsch bei den jeweiligen Adressaten ankommen. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem die öffentliche Wahrnehmung des Problems Klimawandel, denn bei den Studien orientierten sich die Teilnehmer bei ihrer Entscheidung an den Verhaltensnormen anderer. „Wurde den Teilnehmern vor ihrer eigenen Entscheidung mitgeteilt, dass andere einen hohen Beitrag geleistet haben, so waren sie in ihrer eigenen Entscheidung auch eher bereit, mehr zu zahlen“, erklärt Timo Goeschl.

 

Hier kann nach Meinung der Heidelberger Wissenschaftler die Umweltpolitik steuernd eingreifen, um bessere Erfolge zu erzielen: Sie muss die richtigen Informationen bereit stellen. „Bei umweltfreundlichen Konsumentscheidungen spielen eben nicht nur finanzielle Gesichtspunkte eine Rolle, sondern auch das beobachtbare Konsumverhalten der Mitmenschen“, erläutert Christiane Schwieren die Konsequenz aus dieser Erkenntnis.

 

 

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