Stromversorgung klappt auch ohne AKW gut

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

AKW – braucht Deutschland nicht! Die Stabilität der deutschen Stromversorgung hat sich, nach Aussagen von Greenpeace Energy „trotz des Atomausstiegs verbessert“. Das jedenfalls ergebe eine Kurzstudie des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag des Ökoenergieanbieters.

Obwohl in der ersten Halbzeit des 2011 begonnenen und auf elf Jahre angelegten Atomausstiegs bislang neun Reaktoren mit einer Leistung von rund zehn Gigawatt weitgehend durch wetterabhängige erneuerbare Energien ersetzt wurden, sei „die Stromversorgung deutlich seltener ausgefallen“, so Greenpeace Energy.

 

Studie widerlegt Behauptung nur AKW sicherten Versorgung

 

Zudem mussten die Netzbetreiber seit 2011 weit seltener Ungleichgewichte mit so genannter „Regelleistung“ ausgleichen, sagt jetzt Greenpeace Energyin einer Pressemeldung zur Kurzstudie. Energy Brainpool führe dies auf eine bessere nationale und internationale Zusammenarbeit der Übertragungsnetzbetreiber sowie auf eine Stärkung des kurzfristigen Stromhandels zurück.

„Die gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung der europäischen AKW-Lobby, die Atomkraft garantiere eine besonders stabile Stromversorgung, ist falsch“, betont daher auch Sönke Tangermann als Vorstand von Greenpeace Energy.

Dennoch planten derzeit einige europäische Staaten den Bau neuer Atomkraftwerke. Darauf verweist der Ökostromanbieter. Das Unternehmen nennt Großbritannien, das im Herbst über den Bau des AKW „ Hinkley Point C“ entscheide, und Ungarn, das am Standort Paks einen Reaktorbau mit russischer Beteiligung plane.

 

Deutsche Stromversorgung stabiler als in der Zeit mit AKW

 

Auch laut dem von der Bundesnetzagentur jährlich erhobenen Index summiere sich laut Greenpeace Energy die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung hierzulande im Jahr 2014 auf rund zwölf Minuten - deutlich kürzer als vor dem Atomausstieg: 2010 fiel der Strom nach Angaben von Greenpeace Energy noch knapp 15, im Jahr 2006 sogar mehr als 21 Minuten aus. „Ein hoher Anteil konventioneller Erzeugungsleistung – etwa aus Kernkraft – garantiert kein hohes Niveau an Versorgungssicherheit“, sagt Studienleiter Thorsten Lenck zu diesen Daten.

Im internationalen Vergleich mit Atomländern schneide Deutschland mit seinem relativ hohen Anteil erneuerbaren Stroms gut ab: Frankreich (81 Prozent Atomstrom) und Ungarn (36 Prozent) kamen 2013 auf Ausfallzeiten von jeweils rund 68 Minuten. In Großbritannien (19 Prozent) fiel der Strom im Schnitt für immerhin 55 Minuten aus.

 

AKW-Abschaltung hilft auch dem Klimaschutz

 

Die aktuelle Untersuchung zeige zudem, dass sich klimaschädliche Kohlekraftwerke als Reserve für abgeschaltete AKWs schrittweise ersetzen lassen: „Bereits 2020 kann eine effiziente Steuerung bei Biomasseanlagen, Haushalten und Industrieanlagen die Spitzennachfrage um bis zu 4,4 Gigawatt reduzieren“, so Lenck. Entsprechend seltener müssten dann fossile Kraftwerke die so genannte „gesicherte Leistung“ bereitstellen.

Eine weitere Schlüsselrolle zur Absicherung der Stromnachfrage könnten laut Energy Brainpool künftig Speichertechnologien wie Windgas (Power-to-Gas) übernehmen. Windgas nutzt überschüssigen Ökostrom, um Wasserstoff herzustellen, der im Gasnetz gespeichert, verbraucht oder in Gaskraftwerken wieder verstromt werden kann – die Technologie eignet sich damit auch, um Stromüberschüsse im Netz kostengünstiger abzufedern.


red

 

 

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