US-Klimabericht geleakt und abgedruckt

Trump und Pence Foto: Wikimedia CC/Shealah Craighead

Die Brisanz des Klimaberichts schreckt die US-Verwaltung. Die New York Times (NYT) veröffentlichte die Paiere dennoch.

Auf 500 seiten warnt jeweils der Aufdruck "Zitieren oder verteilen nicht erlaubt." Für die Jourrnalisten war gerade dies offenbar Ansporn zum "Geheimnisverrat" - sie publizierten die geleakten Seiten in der US-Zeitung. In Deutschland zog das Blatt Neues Deutschland (ND) nach und machte den klimawissenschaftlichen Sonderbericht der National Academy of Sciences der USA sowie von 13 US-Bundesbehörden publik.

 

Klimawandel: Wissenschaftler widersprechen US-Regierung

 

Jetzt kann jedermann lesen, dass der offizielle Klimabericht "im Gegensatz zu Aussagen von Präsident Donald Trump und seinen Kabinettsmitgliedern" steht.

Die Durchschnittstemperaturen in den USA hätten, zitiert das ND, dem Bericht zufolge seit 1980 stark zugenommen. Die vergangenen Jahrzehnte seien die heißesten seit 1.500 Jahren gewesen. 15 der vergangenen 16 Jahre seien die heißesten Jahre, die je gemessen wurden. Der Bericht zeige, dass die USA schon heute massiv vom Klimawandel betroffen sind, zitiert ND Lutz Weischer. Er leitet bei der Umweltorganisation Germanwatch den Bereich internationale Klimapolitik. Auch republikanische Bürgermeister in den USA würden, so die Zeitung, in den Regionen bereits über klimabedingte Erosion oder den Anstieg des Meeresspiegels berichten. »Das passt aber nicht zum Narrativ der Republikaner auf nationaler Ebene«, so Weischer gegenüber ND.

Wie die New York Times berichte, so ND, fürchteten etliche US_Forscher, dass der Report von der Regierung gestoppt oder zensiert werden könnte. "Die US-Wissenschaftler sind besorgt", zitiert das Blatt Lutz Weischer. In jüngster Vergangenheit sei vielen die Finanzierung gestrichen, Inhalte von Webseiten gelöscht und wissenschaftliche Positionen mit Industrielobbyisten besetztworden.

Den Klimabericht muss die US-Regierung per Gesetz vorlegen. Zehntausende Wissenschaftler hätten dafür in Tausenden Studien die Klimaveränderungen an Land und in der Atmosphäre dokumentiert. Die Aussage der Wissenschaftler stünden jedoch "in direktem Widerspruch zu Behauptungen von Mitgliedern der Regierung", schreibt die Zeitung. So habe etwa der neue EPA-Chef Scott Pruitt bei seiner Anhörung im Senat gesagt, dass der Klimawandel zwar existiere, aber der Anteil des Menschen daran erst noch untersucht werden müsse. Auch Donald Trump selbst habe mehrfach behauptet, dass der Einfluss des Menschen auf das Klima ungewiss sei, schreibt das Blatt.


red

 

 

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