18.07.2019

Waldbrände in der Arktis sorgen für hohe Emissionen

Foto: Skeeze / Pixabay CC0

Eine außergewöhnlich hohe Zahl an Flächenbränden loderte in den letzten Wochen am nördlichen Polarkreis. Dabei strömten über 50 Megatonnen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre. Das maß der "Copernicus Atmosphere Monitoring Service" (CAMS), der im Auftrag der Europäischen Union vom "Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage" (EZMW) implementiert wird. CAMS untersucht die Emissionen und Aktivität der über 100 Brände in Jakutien, Sibirien sowie in Alaska seit Anfang Juni über einen längeren Zeitraum.

 

Die CO2-Emissionen im Juli 2019 haben bereits nach 14 Tagen die Gesamtmenge an Emissionen der letzten Jahre überschritten, Julizahlen im Vergleich von 2003-2019. Quelle: Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS)

Die Feuersaison in nördlichen Gebieten herrscht traditionell zwischen Mai und Oktober, ihren Höchststand erreicht sie zwischen Juli und August. Bei den Bränden Anfang des Jahres in Kanada konnte CAMS nachweisen, dass Rauch innerhalb weniger Tage über den Atlantik nach Europa strömte. Seit Beginn genauer Beobachtungen von Flächenbränden vor 17 Jahren, waren im Juni bis dato keine Feuer im nördlichen Polarkreis schwerwiegender und langanhaltender. Darüber hinaus haben die Feuer in den ersten vierzehn Tagen des Julis weitere geschätzte 31 Megatonnen CO2 ausgestoßen. Bisher waren Flächenbrände in Sibirien und Alberta, Kanada, die Größten in diesem Jahr. Das Chuckegg Creek Fire in Alberta betraf schätzungsweise über 300.000 Hektar (mehr as 420.000 Fußballfelder).

 

„Wir beobachten sehr genau die Intensität der Brände und den entstehenden Rauch“, sagt Mark Parrington, Senior Scientist beim CAMS. „Wir wissen, dass die Temperaturen in der Arktis deutlich schneller als im weltweiten Durchschnitt gestiegen sind. Diese wärmeren und trockeneren Gegebenheiten schaffen ideale Voraussetzungen, dass sich ausbrechende Feuer stark auszubreiten können. Daten unseres "Global Fire Assimilation System" (GFAS) zeigen, dass in den nördlichen Polarregionen Feuer meist im Juli und August ausbrechen. Es ist sehr ungewöhnlich, dass solch schwere und andauernde Flächenbrände bereits im Juni zu sehen sind. Unsere Beobachtungen sind enorm wichtig, um die Tragweite der Folgen von Flächenbränden und Rauchemissionen aufzuzeigen und so Organisationen, Unternehmen aber auch Einzelpersonen zu helfen, Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung zu ergreifen.“

Fire Radiative Power ist ein Maß für die Wärmeabgabe von Waldbränden. Hier ist der Zeitraum vom 1. Juni bis 15. Juli für 2019 (rot) und der Durchschnitt der Jahre 2003-2018 (grau) dargestellt. Quelle: Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS)

Neben der Zerstörung von Natur und Tierwelt, stellt auch der Rauch von Flächenbränden eine ernsthafte Gefahr dar – nicht nur für die Gesundheit der angrenzenden Anwohner. Auch weiter weg lebende Menschen sind betroffen, da die Brandemissionen durch Winde über viele tausende Kilometer transportiert werden können. Schwere Flächenbrände werden häufiger, teilweise als Resultat extremer Wetterlagen aufgrund des Klimawandels. Heiße und trockene Perioden sind nun mal die größten Risikofaktoren für solche Feuer. Darüber hinaus verschmutzen Flächenbrände deutlich stärker unsere Luft als beispielsweise Industrieemissionen, da sie eine Kombination aus Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid und weiteren Schadstoffen in die Atmosphäre leiten. (Quelle: CAMS/Copernicus)

 

Mehr zum Thema unter: atmosphere.copernicus.eu/cams-monitors-unprecedented-wildfires-arctic

 

CAMS beobachtet weltweit Brände und die dadurch verursachten Emissionen mit Hilfe von Messinstrumenten in Satelliten und in-situ (vor Ort) Stationen. Die berechneten Emissionswerte werden mit dem Wettervorhersagesystem des EZMWs kombiniert, das den Transport und die Zusammensetzung von atmosphärischen Schadstoffen am Computer modelliert. So können Vorhersagen über die weltweite Luftqualität bis zu 5 Tage im Voraus getroffen werden.


hjo

 

 

 

Most Wanted

Screenshot: Video / Wisdom Supply Co.

Schulmaterial müllfrei und ohne Plastik

Der Schulanfang ist die zweitgrößte Einkaufssaison des Jahres in den USA. Laut Deloitte geben die...


Foto: Pixabay CC0

Urbane Mobilität in den deutschen Tagesmedien

Rund 95 Prozent der Verkehrsemissionen stammen aus dem Straßenverkehr, der zu 76 Prozent aus privat...


Foto: istock cc/Shaunl

Klimaschutz: 35 Prozent mehr CO2 durch Fracking

Die Förderung von Schiefergas führt zu einem deutlich höheren Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid...


Neu im global° blog

Screenshot: theguardian.com

Mit radikaler Landwirtschaft gegen die Klimakrise

Ein Bauernhof in Portugal zeigt, wie die alte Kunst der Silvopasture - der Kombination von von...


Foto: Pixabay CC0

Gegen das Vergessen - Todesstaub durch Uranmunition

Die Bombardierung Ex-Jugoslawiens mit Uranmunition - 20 Jahre danach. 1999 bombardierte und beschoß...


Foto: Sky

"Chernobyl": Dramaserie über den Super-Gau

Vor dem schockierenden Hintergrund der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 erzählt die...


Folgen Sie uns: