Weihnachtsbäume zum Verheizen

Foto: flickr/ muman71

Kommunale Unternehmen und andere Stromversorger verwenden Weihnachtsbäume in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeproduktion. So wärmen die Christbäume deutsche Wohnzimmer auch im neuen Jahr weiter.

 

Bis zu 29 Millionen Weihnachtsbäume werden pro Jahr in Deutschland verkauft. Mit der Energie von rund 500 Weihnachtsbäumen kann rechnerisch ein Durchschnittshaushalt ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Alternativ könnten diese Weihnachtsbäume knapp 1.000 Liter Heizöl ersetzen.

 

Ein Großteil der deutschen Weihnachtsbäume werden in Holzhackschnitzel zerkleinert und in Heizanlagen wie Hackschnitzelkesseln, Holzheizwerken oder Holzkraftwerken verheizt. So landen die Bäume wieder per Energie in den Wohnzimmern, die sie an den Festtagen schmückten. Mit der Energie, die durchschnittlich aus einem Christbaum gewonnen wird, kann eine Lichterkette mit 25 elektrischen Kerzen mehr als drei Wochen lang rund 10 Stunden am Tag leuchten.

 

In der deutschen Energiebilanz zählen die zu Holzschnitzeln verarbeiteten Weihnachtsbäume zur Bioenergie. Denn neben Energiepflanzen wie Mais und Raps zählen auch Reststoffe aus Biotonnen und der Landwirtschaft zur Bioenergie. In Deutschland besteht in beiden Bereichen noch Ausbaupotential. So werden die Weihnachtsbäume immer noch an vielen Orten nur zur Kompostierung verwendet. Dies gilt auch für viele weitere Reststoffe, wobei die Christbäume hier natürlich nur einen geringen Anteil ausmachen.

 

Bioenergie ist wichtiger Bestandteil der Energieversorgung

 

Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien erklärt, dass bei der Bioenergie „Reststoffe ebenso eine wichtige Rolle spielen wie die Nutzung von Energiepflanzen. Das Beispiel Weihnachtsbäume zeigt auch, dass es neben der Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln sowie dem Bedarf des Energiesektors weitere Ansprüche an die Agrar- und Forstfläche gibt, die mit den vorhandenen Flächen und Potenzialen aber ausreichend bedient werden können“.

 

So sind biogene Reststoffe bei der Energiegewinnung also nicht zu unterschätzen. Immerhin machen sie die Hälfte des gesamten Potenzials der Bioenergie in Deutschland aus. Nach Ergebnissen unterschiedlicher Studien könnte die Verwertung von Reststoffen langfristig 8 bis 13 Prozent des künftigen Energiebedarfs Deutschlands decken.

 

„Im Mix der Erneuerbaren ist die Bioenergie mit ihren Beiträgen zur Wärme-, Strom- und Kraftstoffversorgung ein unverzichtbarer Bestandteil“, betont Vohrer.

 

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