Wenn Atmen uns krank macht

Smog in Almaty Foto: Wikimedia CC 3.0/Igor Jefimovs

Die Zahlen chockieren: Ganze 12 Prozent aller Menschen, die in Städten wohnen und leben atmen dort Luft ein, die den Sicherheitskriterien der Welt-Gesundheitsorganisation WHO entspricht. In der Hälfte alle Städte auf dem Globus übersteigt die Atemluft diese Werte um das zweieinhalbfache!

In einer Studie (Global Burden of Disease Study) vergleicht die WHO die Zahl der Todesopfer durch AIDS und Malaria mit jener der Todesfälle, die weltweit durch ungesunde Luft entstehen: Dicke Luft tötet mehr Menschen als die beiden schlimmen Krankheiten zusammen! Weltweit sterben heute weniger Menschen an Unterernährung und Seuchen als noch vor 20 Jahren. Dagegen stieg die Zahl der Krankheiten durch Umweltgifte und schlechte Luftqualität immens an.

 

Luftqualität in 1.600 Städten und 91 Ländern untersucht

 

Die Mediziner untersuchten Daten aus knapp 1.600 Städten in 91 Ländern der Erde. „Zu viele Zentren sind heute so in dicke Luft verpackt, dass ihre Skyline kaum noch sichtbar ist“, kommentiert Flavia Bustreo die Ergebnisse der Studie, „da verwundert kaum, dass diese Luft die Menschen krank macht.“ Sie arbeitet in der WHO-Abteilung für Kinder, Familien und Frauen.

Maria Neira, die WHO-Direktorin der Abteilung Public Health, Environmental and Social Determinants of Health gibt den Kampf noch nicht verloren. Städte wie Kopenhagen oder Bogota zeigten, dass eine gute Politik die Probleme richtig angehen könne: Mehr grüne Lungen in den Kommunen, mehr öffentlicher Transport und Fahrradverkehr statt Fahrten mit Autos oder die Förderung von Elektromobilität.

Heute allerdings kalkulieren die WHO-Mitarbeiter jährlich etwa 7 Millionen Tote durch die schlechte Luftqualität: Sie fördert Herzfehler oder Lungenschäden und Krebs.


red

 

 

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