Windkraft: in Österrreich hui, in Deutschland pfui

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Peter Dargatz

Unterschiedliche Vorzeichen: Während in Österreich die Akzeptanz der Windenergie weiter ansteigt, stragniert in Deutschland der Ausbau.

"Die Gegner gewinnen an Einfluss", schreibt etwa die ZEIT und stellt dazu fest: "Gegen neue Windparks mobilisiert inzwischen auch die AfD."

Ganz anders weht der Wind bei den Nachbarn in den Bergen. Laut einer Umfrage sprach sich in Österreich "der Großteil der Befragten für einen vermehrten und raschen Ausbau erneuerbarer Energien aus".

 

Deutschland: Widerstand und Ausschreibungen verlangsamen Energiewende

 

Während in Deutschland immer häufiger Naturschützer den Klimaschützern und den in ganz Norddeutschland aus dem Boden schießenden Rotoren den Kampf ansagen, begrüßen nach der Umfrage im Auftrag der IG Windkraft des Alpenstaats "neun von zehn Österreicherinnen und Österreichern" das Aufstellen der Ökoenergieanlagen.

Der Kampf der Bürgerinitiativen gegen die Erneuerbaren Energien werde immer professioneller, zitiert die ZEIT eine wissenschaftlerin des Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die stelle fest, "die Initiativen sind mittlerweile gut vernetzt und tauschen sich darüber aus, wie man erfolgreich blockiert". Dieses Vorgehen erleichtere es den Windkraftgegnern, "aufwendige Einsprüche gegen Genehmigungen oder Flächenausschreibungen zu formulieren", schreibt die Zeitung.

Dass der Ton im Streit um die "Verspargelung der Landschaft" rauer werde, liege, schreibt die Zeitung, auch an der AfD. Die mache sich zum Sprachroht der Energiewendegegner in Deutschland.

Allerdings liege die erkennbar nachlassende Dynamik beim Neubau von Windstromanlagen derzeit wohl eher an den Windmüllern selbst. "Die Branche selbst verliert offenbar die Lust am Investieren", beschreibt die ZEIT die Marktsituation. Schuld sei die neue Ausschreibungssituation. Fakt ist: Die Zahl der Neubauten von Windpower-Rotoren ging von 3.100 im JAhr 2016 auf nur noch 450 im Vorjahr zurück.

 

Österreich: Windkraft-Anwohner erwarten davon bessere Lebensqualität

 

Anders in Österreich: Das Land will 2030 Strom zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugen. 91 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher stehen laut Umfrage hinter diesem Energiewendeziel.

Die Umfrage-.Resultate sprechen eine deutliche Sprache: "Sonnenkraftwerke (mit 83 Prozent Zustimmung) und Windkraftwerke (80 Prozent) sollen in Zukunft die Stromversorgung Österreichs sichern. Rund 60 Prozent der Befragten erwarten durch den weiteren Ausbau der Windkraft keine Auswirkung auf ihre persönliche Lebensqualität."

Mit Blick auf dfen in Deutschland spürbaren Widerstand gegen Windräder ist sicher interessant, dass sogar von den "Menschen, die in direkter Nähe eines Windparks wohnen und sich damit auf Basis konkreter Erfahrungen äußern, rund 30 Prozent eine weitere Verbesserung ihrer Lebensqualität" erwarten.


pit

 

 

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