Zentralbanken sollen Klimawandel bekämpfen

Foto: Piyabay CC/PublicDomain/Andreas 160578

Eine neue Studie der Stiftung World Future Council belegt, wie Zentralbanken den globalen Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung ermöglichen können.

Am Beispiel des ostafrikanischen Lands - einem der ärmsten Länder der Welt mit einem Bruttoinlandsprodukt von gerade einmal etwa 1.000 US-Dollar pro Jahr, das auf der Rangliste für Wohlstand (Human Development Index ) der Vereinten Nationen auf Platz 151 von 188 liegt, belegt die Stiftung, wie das Land durch eine konsequente Energiewende zu 100 Prozent erneuerbarer Energieversorgung innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem Land mittleren Einkommens werden könnte. Die Studie veröffentlichte der World Future Council zusammen mit der Universität Sydney.

 

Klimawandel: Krise von größerem Ausmaß als die Finanzkrise 2008

 

Wie das Ganze finanzierbar wäre, hat nun Chefökonom Matthias Kroll von der Abteilung Future Finance der Stiftung dargestellt: In seiner aktuellen Studie 100 Prozent Erneuerbare Energien für alle Bürgerinnen und Bürger Tansanias führt er vor, wie in Tansania durch eine Zusammenarbeit von Entwicklungs- und Zentralbanken eine energiewende umgesetzt werden und gleichzeitig das UN Nachhaltigkeitsziel 7 „bezahlbare Energie für alle“ erfüllt werden können.

"Das Finanzierungsmodell für Tansania nutzt dabei neue Erkenntnisse der Geldtheorie, die etwa von der Bank von England bestätigt wurden", heißt es in einer Pressemeldung des World Future Council. Aus ihnen lasse sich ableiten, dass die "Handlungsmöglichkeiten von Zentralbanken deutlich größer sind als von der traditionellen Theorie bisher unterstellt".

 

 

Klimawandel: Gewinner und Verlierer

Der Klimawandel trifft die Wirtschaft härter als bislang berechnet: In einer jetzt im Fachblatt Nature vorgestellten aktuellen Studie berechnet Berkley-Professor Solomon Hsiang den Einfluss steigender Temperaturen auf das Bruttosozialprodukt (BIP) verschiedener Länder. Bis 2100 sinkt demnach das BIP im Schnitt um satte 23 Prozent!

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Die Bedeutung der jüngsten theoretischen Erkenntnisse für einen neuen geldpolitischen Pragmatismus mit dem unter anderem auch der globale Klimaschutz finanziert werden könne, so der WFC, stellt Kroll in einer zweiten Studie Die Bedeutung der Endogenität der Geldmenge für die globale Finanzierung der UN NAchhaltigkeitsziele dar. Diese zweite Studie wurde aktuell zum High Level Polical Forum der Vereinten Nationen in New York veröffentlicht.

Bereits während der jüngsten Klimakonferenz Ende 2017 in Bonn veröffentlichte der World Future Council ein praxisnahes Modell, das auf einer allgemeinen Ebene zeigt, wie eine große Menge von privatem Kapital für die Finanzierung des Klimaschutzes mobilisiert werden könne. Dieser Report bildet laut der Stiftung zusammen mit den zwei genannten Studien eine "Trias in der sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene gezeigt wird, wie die globale Implementation von 100 Prozent Erneuerbaren finanziert werden kann".

"Zehn Jahre nach der Insolvenz von Lehman Brothers und der folgenden Finanzkrise brauchen wir nun einen Bailout für das Klima", schreibt der WFC. Die Erkenntnis, dass der Klimawandel systemrelevant sei und seine Bekämpfung daher nun auch zum Mandat von Zentralbanken gehöre, setze sich immer mehr durch. Durch die umsichtige Anwendung des neuen geldpolitischen Pragmatismus könnten, heißt es in der Pressemeldung, "entscheidende, bisher fehlende Impulse zur Einhaltung des 1,5 Grad Ziels gesetzt werden".


red

 

 

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