Nähen - aber nachhaltig

(Bildmaterial: © 262 // 365 - Sewing // Nähen (Frank Lindecke/Flickr, CC BY ND 2.0))

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Wir kaufen Biolebensmittel ein, beziehen Biostrom und achten darauf, dass mehr und mehr Teile unseres Lebens nachhaltig sind, damit nachfolgende Generationen noch genauso viel von diesem Planeten haben wie wir.

Menschen mit kreativem Hobby scheitern jedoch schnell am nachhaltigen Angebot. Doch zumindest wer gern näht, kann jetzt wieder mit gutem Gewissen weiter machen, denn das Sortiment in Richtung Nachhaltigkeit wächst auch hier. Wer Stoffe aus kontrollierter Herstellung verwendet, sorgt damit gleichzeitig dafür, dass die Stoffe weniger in Berührung mit Pestiziden oder Schwermetallen kommen.

 

Woran erkennt man nachhaltige Stoffe?

 

Am einfachsten macht man es sich, wenn man sich auf ein zertifiziertes Siegel verlässt. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass es in der Modebranche leider kein einheitliches Siegel gibt. Es gibt beispielsweise Stoffe, die mit dem "Fairtrade"-Siegel ausgestattet sind, das viele auch von Kaffee oder Schokolade kennen. Allerdings ist bei diesen Stoffen nur gewährleistet, dass sie unter sozial vertretbaren Bedingungen hergestellt wurden. Über die Nachhaltigkeit sagt das Siegel nichts aus.

Wer auf Nachhaltigkeit achtet, sollte deshalb besser das "Global Organic Textile Standard"-Siegel (GOTS) wählen. Dieses Siegel ist am weitesten verbreitet und hat strenge Regeln über den Anbau und die Verarbeitung der Stoffe, sowie die Menge an schädlichen Substanzen in diesem Prozess und soziale Mindeststandards für die Arbeiter.

Auch das BEST-Siegel hat sehr umfassende Richtlinien, die sich stark an der Nachhaltigkeit und einem hohen Anspruch an eine ökologische Textilherstellung orientieren.

Andere Siegel wie Öko-Tex, blue design, Naturland oder Naturleder IVN sind weniger verbreitet und haben zum Teil auch weniger strenge oder transparente Richtlinien.

 

Und was ist mit Accessoires?

 

Wer nachhaltig nähen will, braucht aber nicht nur Stoff, sondern auch Garn, Knöpfe, Gummibänder und so weiter. Leider ist hier die Nachhaltigkeit noch nicht ganz so verbreitet. Allerdings gibt es auch schon einige Garne mit GOTS-Zertifikat. In Deutschland werden auch schon verhältnismäßig viele Garne mit Öko-Tex-Siegel produziert. Knöpfe, Vliese, Borten und Bänder sind auch schon oft aus nachhaltiger Produktion. Hier lohnt es sich, in Läden nachzufragen und sich selbst über die Hersteller zu informieren.

 

Wer nachhaltig leben will, braucht also auch keine Angst zu haben, dass er sein Hobby aufgeben muss. Wichtig ist nur, beim Kauf auf die richtige Wahl des Siegels zu achten. Dann steht dem Nähvergnügen ja nichts mehr im Weg!

 


03.07.2015 13:46
Dirk Schwarzer

dirk.schwarzer.82@gmx.de