17.04.2019

Die nachhaltigsten Fußballstadien der Welt

Foto: Pixabay CC/PublicDOmain

Jedes Wochenende strömen weltweit Millionen von Fußballfans in die Arenen ihrer Fußballclubs. Während sich Verantwortliche, Spieler, Funktionäre und Fans über die weiter ansteigenden Zuspruch des Fußballs freuen, wird immer mehr Fußballclubs und Stadioneignern bewusst, dass mit den vielen Stadionbesuchern auch eine gewisse Verantwortung für die Umwelt entsteht.

Der Betrieb der Stadien benötigt sehr viel Energie, es wird sehr viel Müll produziert und viele Würste verzehrt. All diese Faktoren führen zu einer sehr schlechten Kohlenstoffbilanz. Zum Glück haben dies viele erkannt und es wird nach Ansätzen gesucht, die Kohlenstoffbilanz der Fußballarenen positiver zu gestalten. In Folgendem sollen einige Stadien vorgestellt werden, die sich um Nachhaltigkeit bemühen.

 

Amsterdam Arena

 

Das Heimstadion des Hauptstadtclubs der Niederlande ist das erste Stadion, in dem alle Sitze aus Zuckerrohr gefertigt wurden. Der schnell nachwachsende Rohstoff ersetzt dabei verschiedene Plastikarten, die sonst als Material für die Sitze genutzt werden. Besonders die Herstellung und das Recycling von Plastik belasten die Umwelt sehr. Zudem ist das Stadion CO2 - neutral. Die benötigte Energie liefern 4.200 Solarzellen und 11 Windräder. Zudem wird das Stadion mit Wasser aus dem naheliegenden Fluss gekühlt. Betrachtet man die Kohlenstoffbilanz ist Ajax, das aktuell gegen Juventus um den Einzug ins Champions League Halbfinale kämpft, schon jetzt Titelverdächtig. Die Arena ist dabei nicht nur nachhaltig, sondern für Ajax eine richtige Festung. Sie liegen im Ranking der heimstärksten Teams Europas auf den vorderen Plätzen.

 

Signal Iduna Park

 

Die Heimspielstätte von Borussia Dortmund ist das größte Fußballstadion Deutschlands. Jeden Heimspieltag strömen mehr als 80.000 Zuschauer in die Arena, um Dortmund anzufeuern. Um den hohen Energiebedarf zu decken und dabei trotzdem umweltschonend zu agieren, hat sich der BVB schon 2013 mit dem Unternehmen LichtBlick zusammengeschlossen. Dieses beliefert das Stadion und alle Einrichtungen des Traditionsvereins mit 100 Prozent Ökostrom. Insgesamt wurden somit schon mehr als 78.000 Tonnen CO2 eingespart.

 

The New Lawn

 

Da dreiviertel des Kohlendioxidausstoßes in der Lebensdauer eines Stadions durch die Errichtung entstehen, entschied sich der Viertligist aus England einen ganz anderen Weg zu gehen. Die Forrest Green Rovers machten ihren Namen alle Ehre, als sie entschieden den Neubau des Stadions komplett mit Holzmaterialien zu realisieren. Holz hat eine viel bessere Kohlstoffbilanz als die üblichen Baumaterialien Stahl und Zement. Zudem werden 25 Prozent des Energiebedarfs durch Solarpaneele gewonnen, das Frittierfett, welches jeden Spieltag anfällt, zu Biokraftstoff weiterverarbeitet und das Regenwasser gesammelt und aufbereitet. Für diese unkonventionellen Bemühungen erhielt das Stadion in der Vergangenheit einige wichtige britische Umweltpreise.

 

Khalifa International Stadium

 

Im Vorlauf zur ersten Fußball Weltmeisterschaft am Persischen Golf wurde das 1976 errichtete Stadion generalüberholt. Lobenswerterweise entschied sich der Wüstenstaat Katar dabei für eine umweltfreundliche Umsetzung. Es wurden kilometerlange Leitungen verlegt, um die Nutzung von Fernkälte zu realisieren. Analog zur Fernwärme wird dabei kühles Wasser durch Rohre gepumpt, um das Stadion zu kühlen. So sollen bis zu 40 Prozent an Energie eingespart werden. Das weltweit erste Open Air Stadion, das mit einer Klimaanlage ausgestattet ist, hat auch wegen dieses Systems eine 4-Sterne-Wertung vom Global Sustainability Assessment System einem Zertifizierungssystems der Golfstaaten für nachhaltige Gebäude, erhalten.

All diese Beispiele zeigen auf, dass Nachhaltigkeit im Fußball eine immer größere Rolle spielt. Die Fußballclubs und Stadionbetreiber werden sich immer mehr ihrer Verantwortung bewusst und sollten noch stärker auf umweltschonende Maßnahmen setzen.

 

Bernhard Holz

 

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