Festivals: Mit der Natur und ohne Müll!

Foto: loveyourtent.com

Festivals sind voller lärmender Menschen und hinterlassen eine Menge Müll. Aber es sind auch Veranstaltungen, mit denen viele junge Menschen schöne Erlebnisse verbinden: Sommer, Sonne, die Lieblingsband, Zelten mit Freunden...Diese positiven Assoziationen will Sounds for Nature, ein Projekt des Bundesamtes für Naturschutz und verschiedener Partner, nutzen. Es will Festivals grüner machen und die Besucher für Umweltthemen sensibilisieren. Allerdings ohne erhobenen Zeigefinger: Die Jugendlichen sollen Umweltschutz mit etwas verbinden, was ihnen ohnehin Spaß macht und merken, dass sie selbst ganz einfach zu einer lebenswerten Umwelt beitragen können.

 

Das Taubertalfestival Foto: Taubertalfestival

Sounds for Nature im Taubertal

 

Das Taubertalfestival in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber, auf dem 2014 unter anderem SEED und die Sportfreunde Stiller auftreten, ist schon seit 2003 Teil von Sounds for Nature. Für das Festival bedeutete die Teilnahme am Projekt zum Beispiel eine Umstellung auf Ökostrom aus dem Festnetz. Damit wird versucht, den Einsatz von Aggregaten so weit als möglich zu verhindern. Chemietoiletten haben die Organisatoren bereits abgeschafft und ein Müllvermeidungskonzept entwickelt. Es gibt einen Müllpfand, den nur zurückerhält, wer fleißig seinen Müll aufsammelt und ein optimiertes Anreisekonzept um Stau zu vermeiden.

 

Information der Teilnehmer ist wichtig

 

Aber sehen viele ein Festival nicht als "regelfreie Zone", in der sie tun und lassen können, was sie wollen? Florian Zoll vom Taubertalfestival berichtet von den Reaktionen der Teilnehmer: „Wir haben damit eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht. Am Anfang war es noch so, dass sich die Besucher nicht sicher waren, was 'das soll'. Nach Jahren des Erklärens kommt das Thema aber beim Besucher an.“ Es ist also ganz wichtig, dass die Festivalteilnehmer vor Ort Informationen über Sinn und Zweck der Aktionen bekommen. Und wie steht es mit der Einstellung vieler Festivalteilnehmer, dass die Müllentsorgung ja im Eintrittspreis enthalten wäre, es also vollkommen in Ordnung wäre, den Müll einfach liegen zu lassen? „Das ist kein Argument das wir gelten lassen können, denn diese Logik führt ja nur zu höheren Ticketpreisen. Man muss den Besuchern vermitteln, dass ihr Verhalten Konsequenzen hat, die sie am Ende selber zu tragen haben.“

 

Festivals und Umweltschutz: Kein Widerspruch

 

Fazit: Feiern und Müll aufsammeln müssen kein Widerspruch bleiben, denn die Ergebnisse sind für jeden sichtbar: Die Besucher hinterlassen weniger Müll und insgesamt ist das Festivalgelände sauberer. Die Kombination aus Festival und Umweltschutz scheint zu funktionieren, auch dank des Konzepts von Sounds for Nature. „Wichtig ist vor allem, nicht mit Verboten zu arbeiten, sondern Alternativen zu bestehenden Systemen zu bieten.“ sagt Florian Zoll. „Zum Beispiel haben wir einen Bereich, in dem die ganze Nacht Party gemacht werden kann bei gleichzeitiger Beruhigung des Campingplatzes.“ Außerdem gibt es die Green Camping Area: Hier kann zelten, wer ruhig schlafen und nach dem Aufwachen nicht durch riesige Müllberge waten will. Dieser Wunsch scheint auch unter Festivalbesuchern nicht so selten zu sein: Für 2014 sind jedenfalls alle reservierbaren Flächen auf dem Green Camp schon belegt. FME

 

Aktuelle Termine von Sound for Nature-Festivals:

 

Deichbrand-Festival vom 17. bis 20. Juli bei Cuxhaven

Das Fest: Vom 25. bis 27. Juli in Karlsruhe

Rock am Härtsfeldsee vom 26.-27. Juni 2015 bei Dischingen/Heidenheim

Fährmannsfest vom 1. bis 3. August in Hannover

Rocco del Schlacko vom 7. bis 10. August bei Saarbrücken

Taubertalfestival vom 8. bis 10. August bei Rothenburg ob der Tauber

 

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Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


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