25.09.2019

Greta Thunberg erhält Alternativen Nobelpreise 2019

Die diesjährigen Right Livelihood Awards erhalten Aminatou Haidar (Westsahara), Guo Jianmei (China), Greta Thunberg (Schweden) und Davi Kopenawa / Hutukara Associação Yanomami (Brasilien). Der „Alternative Nobelpreis“ wird in diesem Jahr zum 40. Mal vergeben.

 

„Mit den 40. Right Livelihood Awards ehren wir vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen. Neben dem Preisgeld bieten wir den Preisträger*innen eine dauerhafte Begleitung sowie Hilfe, wenn deren Leben und Freiheit in Gefahr sind“, sagte Ole von Uexküll, Direktor der Right Livelihood Foundation, am Mittwoch in Stockholm.

Foto: Team Malizia

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg (Schweden) erhält den Right Livelihood Award, „weil sie der politischen Forderung nach dringenden Klimaschutzmaßnahmen weltweit Gehör verschafft.”

 

Sie ist die Stimme einer Generation, die die Folgen des politischen Versagens bei der Bekämpfung des Klimawandels tragen muss. Ihre Entschlossenheit, die drohende Klimakatastrophe nicht zu akzeptieren, hat Millionen von Jugendlichen inspiriert, gemeinsam mit Thunberg ihre Stimme zu erheben und sofortige Klimaschutzmaßnahmen zu fordern.

 

Greta Thunberg: „Ich bin sehr dankbar, eine der Empfängerinnen dieses ehrenvollen Preises zu sein. Eine solche Auszeichnung gilt allerdings nie mir allein. Ich bin Teil einer weltweiten Bewegung von Schulkindern, Jugendlichen und Erwachsenen jeden Alters, die sich entschieden haben, unseren lebenden Planeten zu verteidigen. Mit ihnen allen teile ich diese Ehrung. Der Right Livelihood Award ist eine riesige Anerkennung für Fridays for Future und der Klimastreik-Bewegung. Vielen, vielen Dank!“

 

Foto: Flickr / Western-Sahara (CC BY-SA 2.0)

Die Menschenrechtsverteidigerin Aminatou Haidar (Westsahara) erhält den Right Livelihood Award „für ihren unerschütterlichen gewaltlosen Widerstand, trotz Gefangenschaft und Folter, im Streben nach Gerechtigkeit und Selbstbestimmung für das Volk der Westsahara.“

 

Seit über drei Jahrzehnten setzt sich Haidar mit friedlichen Mitteln für die Unabhängigkeit ihres Heimatlandes ein. Dies hat ihr den Beinamen „Gandhi der Westsahara“ eingebracht. Haidars Integrität und Beharrlichkeit haben sie zu einer der angesehensten Vertreter*innen der Sahrauis gemacht. Es ist das erste Mal, dass der Right Livelihood Award jemanden aus der Westsahara ehrt.

 

Aminatou Haidar: „Ich fühle mich sehr geehrt, den renommierten Right Livelihood Award zu erhalten. Dies ist eine Anerkennung meines gewaltfreien Kampfes und des berechtigten Anliegens des sahrauischen Volkes. Trotz militärischer Besetzung und der Verletzung grundlegender Menschenrechte führen sie ihren friedlichen Kampf unermüdlich fort. Die Sahrauis verdienen es, von allen unterstützt zu werden, damit sie eines Tages Unabhängigkeit und Freiheit erlangen.“

 

Foto: Qianqian-Law-Firm

Die Juristin Guo Jianmei (China) erhält den Right Livelihood Award „für ihre bahnbrechende und beharrliche Arbeit zur Stärkung der Frauenrechte in China.“

 

Guo Jianmei ist die renommierteste Frauenrechts-Anwältin Chinas. Im Laufe ihres Berufslebens hat sie Tausenden von benachteiligten Frauen Zugang zur Justiz verschafft.

 

Guo Jianmei: „Diese Auszeichnung würdigt den langjährigen Einsatz meines Teams und mir, die Rechte der Frauen in China zu wahren und Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unter schwierigen Bedingungen zu fördern. Derzeit steht die gemeinnützige Rechtsberatung in China vor großen Herausforderungen. Um standhaft zu bleiben, werden wir noch mehr Leidenschaft, Mut, Ausdauer und Engagement benötigen. Wir sehen diesen Preis als Bestärkung und Motivation.“

 

Foto: Survival International

Der Sprecher der indigenen Yanomami-Bevölkerung Davi Kopenawa und seine Organisation Hutukara Associação Yanomami (Brasilien) erhalten den Right Livelihood Award gemeinsam „für ihre mutige Entschlossenheit, die Wälder und die Artenvielfalt des Amazonas sowie das Land und die Kultur seiner Ureinwohner zu schützen.“

 

Davi Kopenawa ist einer der angesehensten Sprecher der indigenen Völker Brasiliens. Er hat sein Leben dem Schutz der Rechte der Yanomami, ihrer Kultur und ihres Landes im Amazonasgebiet gewidmet. Er ist Mitbegründer und Präsident der Organisation „Hutukara Associação Yanomami”, die sich für die Bewahrung des Regenwalds und die Rechte der indigenen Bevölkerung in Brasilien einsetzt.

 

Davi Kopenawa: „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie kommt genau zur richtigen Zeit und bestärkt mich, meine Organisation und all jene, die den Wald und den Planeten Erde verteidigen. Der Preis gibt mir die Kraft, weiter für die Seele des Amazonaswaldes zu kämpfen. Wir, die Völker des Planeten, müssen unser kulturelles Erbe bewahren, wie Omame [der Schöpfer] lehrte – und mit unserem Land sorgsam umgehen, sodass auch zukünftige Generationen es weiter nutzen können.”

 

Die Bekanntgabe erfolgte durch den Stiftungsdirektor Ole von Uexküll und Amelie von Zweigbergk, stellvertretende Stiftungsvorsitzende und Jury-Mitglied. Die internationalen Jury hat die Preistrager*innen unter 142 Nominierungen aus 59 Landern ausgewählt.

 

Das Preisgeld von jeweils 1 Million SEK (94.000 EUR) ist als Unterstutzung der Arbeit der Preistrager*innen bestimmt und nicht zur persönlichen Verwendung gedacht.

 

Die Preisverleihung findet am 4. Dezember in Stockholm anlässlich des 40. Jubiläums statt. Erstmals ist auch die breitere Öffentlichkeit eingeladen. Edward Snowden, der 2014 mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet wurde, wird per Liveschaltung aus Moskau an den Feierlichkeiten teilnehmen, außerdem werden die Künstler*innen José González und Ane Brun auftreten. (Quelle: Right Livelihood Award )

 

Weitere Infos unter www.rightlivelihoodaward.org


red

 

 

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